15.11.2017, 14:43 Uhr

Arbeiterkammer: Private Mietwohnungen sind um 12 Prozent teurer

Schere zwischen Kleinwohnungen im Privat- und Genossenschaftsbereich (Foto: Arbeiterkammer)

Private Mietwohnungen sind um 12 Prozent teurer als Genossenschaftswohnungen.

Alle zwei Jahre wird die Arbeiterkammer-Wohnkostenerhebung durchgeführt und bringt den finanziellen Aufwand der Kärntner Mieter zum Vorschein. Insgesamt haben sich 475 Kärntner beteiligt. 304 Teilnehmer davon wohnen in Genossenschaftswohnungen, 171 in Privatwohnungen. Im Vergleich zu 2015 sind die Kosten bei gemeinnützigen Wohnbauten mit 7,5 Euro pro Quadratmeter um 6,4 Prozent gestiegen. Trotz der Nicht-Anhebung des Erhaltungs- und Verbesserungsbeitrages auf die bundesgesetzlichen Höchstsätze. Der Grund ist der steigende kostendecke Mietzins und die in den Gesamtwohnkosten teilweise inbegriffenen Kosten für Strom.

Trendwende bei Privaten

Bei Privaten geht die positive Trendwende weiter. Im Jahr 2015 musste man 9,42 Euro pro Quadratmeter für das Wohnen bezahlen. Im Jahr 2017 sind es 8,43 Euro. Dabei zu berücksichtigen ist, dass in bestimmten Kärntner Bezirken und vor allem in den Ballungsräumen die Kosten für private Mieten noch immer deutlich über jenen der Genossenschaftswohnungen liegen. „Geförderte Wohnungen sind die einzige Maßnahme, um den Wohnungsmarkt in den Griff zu bekommen und Druck auf die Marktpreise ausüben zu können“, so Arbeiterkammer-Präsident Günther Goach. 

Hälfte des Einkommens für Miete

Die Kosten für eine 69m² große Genossenschaftswohnung betragen bei einem Haushaltseinkommen zwischen 730 und 1.090 Euro durchschnittlich 495 Euro. Damit fließen 54,44 Prozent des Einkommens in die Wohnung. Noch härter trifft es Mieter von privaten Wohnungen mit einer Größe von bis zu 53 Quadratmeter. Wenn ihr Haushaltseinkommen 730 Euro unterschreitet betragen die Wohnkosten rund 62 Prozent. „In Extremfällen müssten Mieter über 70 Prozent des Einkommens für die Miete ausgeben, würde nicht die Wohnbeihilfe diese Spitzen abfangen“, so der Mietrechtsexperte der Arbeiterkammer, Michael Tschamer.

Teuerste Mieten in Villach

Mit einem Medianwert von 9,71 Euro pro Quadratmeter lebt es sich in Villach am teuersten. Feldkirche belegt mit 8,37 Euro pro Quadratmeter den negativen zweiten Platz. An dritter Stelle liegt die Landeshauptstadt Klagenfurt mit 8,29 Euro pro Quadratmeter. Am günstigsten lebt es sich in Wolfsberg mit 6 Euro, gefolgt von Spittal mit 6,65 Euro und Völkermarkt mit 6,66 Euro.

Großer Preisunterschied

„Die geringen Heiz- und Betriebskosten bei Wohnungen bis zu 50 Quadratmeter treiben die Mieten bei privaten Wohnungen in die Höhe. 11,2 Euro pro Quadratmeter bei privaten Wohnungen zu verlangen bei einer Wohnungsgröße von bis zu 50 Quadratmeter im Gegensatz zu gemeinnützigen Wohnungen, die nur 7,67 Euro kosten, spricht Bände“, sagt Tschamer. Je größer die Wohnungen werden, desto kleiner wird der Preisunterschied der Mietkosten zwischen privaten und genossenschaftlichen Wohnungen.
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