21.03.2017, 11:01 Uhr

Erstmalige Sanierungsoffensive für Kärntens Forstwege

Die nachhaltige Bewirtschaftung der heimischen Wälder ist seit 160 Jahren in einem der strengsten Forstgesetze weltweit vorgeschrieben (Foto: pixabay)

Für die Sanierungsoffensive der Forststraßen stehen heuer 50.000 Euro zur Verfügung. 800.000 Euro sind für den Forstwegebau budgetiert.

„Unsere Wälder haben zahlreiche Funktionen, die sich auf unser ganzes Leben auswirken. Diese Funktionen, wie Schutz für Siedlungen, Wasserspeicher, Energielieferant, Erholungs- und Lebensraum bleiben nur erhalten, wenn die Wälder bewirtschaftet werden können“, so Forstlandesrat Christian Benger. Damit die Bewirtschaftung sichergestellt werden kann, startet das Forstreferat erstmals eine Sanierungsoffensive für Forstwege. Damit soll eine moderne Arbeit im Wald, sowie auch die ganzjährige Bewirtschaftung sichergestellt werden.

„Klingt wenig, hilft aber viel"

50.000 Euro stehen für die Sanierungsoffensive der Forststraßen, die älter als 20 Jahre sind, zur Verfügung. 30 Prozent der Gesamtkosten von etwaigen Instandhaltungsmaßnahmen werden durch das Land gewährt. „Klingt wenig, hilft aber viel, denn es sind nur Instandsetzungen zu machen, womit die Lebensdauer einer bestehenden Forststraße verlängert wird und keine neue gebaut werden muss“, so Benger. In den letzten Jahren fallen, laut Benger, 300.000 bis 500.000 Festmeter Schadholz durch Schnee- und Windbruch oder Käferbefall in den Kärntner Wäldern an. Diese müssen ganzjährig aufgearbeitet und mit schwer beladenen LKW abtransportiert werden. Das setzt den Forststraßen immens zu. Gerade ein Käferbefall lasse keinen Aufschub zu.

Eines der strengsten Forstgesetze weltweit

Seit 160 Jahren ist die nachhaltige Bewirtschaftung der heimischen Wälder in einem der strengsten Forstgesetze weltweit vorgeschrieben. Es darf nicht mehr geerntet werden als nachwächst. Bei der Pflege und Nutzung der Wälder muss die biologische Vielfalt, die Produktivität und das Regenerationsvermögen jetzt und in Zukunft erhalten bleiben. Waldbesitzer in Österreich sind verpflichtet ab einer Fläche von 1.000 Hektar Wald, staatlich geprüfte, hauptberufliche Forstleute einzusetzen. Österreich ist der einzige EU-Staat mit solch einer Regelung. „Mehr im Einklang mit der Natur geht nicht – schützen und nützen ist die Devise“, sagt Benger.

30 Euro pro Laufmeter

Kofinanziert durch die Ländliche Entwicklung sind für den Forstwegebau heuer rund 800.000 Euro budgetiert. Ein Laufmeter Forststraße kostet in der Errichtung durchschnittlich 30 Euro. Rund 1 Million Euro stehen für die Förderung von Schutzmaßnahmen bereit. Für die Misch- und Laubwaldaufforstung gibt es vom Land eine eigene Förderung. Hier stehen 300.000 Euro zur Verfügung.

Fakten zu Kärntens Wäldern:

- Kärnten ist nach der Steiermark das waldreichste Bundesland

- 60 Prozent der Landesfläche ist bewaldet (Österreich-Schnitt: 48 Prozent)

- 70 Prozent sind bäuerlicher Kleinwald (Waldbesitz ist kleiner als 200 HA)

- 18 Hektar ist die durchschnittliche Besitzgröße

- 23.000 Waldbesitzer gibt es in Kärnten

- 39 Prozent der heimischen Wälder sind als Schutzwälder ausgewiesen

- 5 Prozent beträgt der Anteil der Forstförderung an der landwirtschaftlichen Förderung in Summe
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