15.09.2016, 11:58 Uhr

Expertentipps rund ums Erben

Die letztwillige Regelung kann nie zu früh getroffen werden, aus Erfahrung der Anwälte meist eher zu spät. Jeder Lebensabschnitt erfordert andere Regelungen, deshalb ist Beratung wichtig (Foto: mev)

Die Kärntner Anwälte informieren in einer kärntenweiten Roadshow zum neuen Erbrecht.

Vereinfacht und modernisiert: So wird ab 1. Jänner 2017 das neue Erbrecht in Kraft treten. Beim Thema Erben herrscht von jeher großer Beratungsbedarf, angesichts der bevorstehenden Gesetzesänderung ist es aber besonders aktuell. Deshalb informieren die Kärntner Rechtsanwälte in Kooperation mit der Kärntner Sparkasse sowie der WOCHE Kärnten in einer landesweiten Roadshow zu den Neuerungen rund ums Erben, Vererben und Schenken.

Erleichterungen für Erben

Drei Experten werden zum Auftakt im Stiftungssaal der Uni Klagenfurt über die wesentlichen Neuerungen informieren. Wie Johannes Zollner, Universitäts-Professor in Graz: „Eine große Erleichterung gibt es für Erben im Pflichtteilsrecht. Künftig kann der Pflichtteil bis zu fünf bzw. zehn Jahre gestundet werden.“ Viele Klarstellungen bei der Berechnung des Pflichtteils gibt es auch, wenn bereits zu Lebzeiten Vermögenswerte überschrieben wurden. „Bislang war eine Berechnung
hier sehr kompliziert“, so Zollner. Eine weitere Neuerung ist auch das Pflegevermächtnis, denn erstmals ist es möglich, Pflegeleistungen, die noch nicht entlohnt wurden, aus der Erbmasse geltend zu machen.

Testament wichtiger denn je

Konrad Burger-Scheidlin, der ebenso bei der Roadshow in Klagenfurt als Experte auf der Bühne steht, rät jedem dazu, ein Testament zu verfassen, denn: „Die Familienstrukturen sind heute vielschichtiger als noch vor 20 Jahren. Je komplizierter diese Strukturen, desto mehr Klarheit braucht es bei der Vermögensnachfolge.“ Diese schaffe ein Testament. Rechtsanwalt Bernhard Fink, der dritte Experte bei der Roadshow, erläutert: „Das Original-Testament sollte außerhalb der eigenen vier Wände aufbewahrt und unbedingt – und das wissen die wenigsten – registriert werden.“ So stelle man sicher, dass es auch tatsächlich aufgefunden werde. Beim ÖRAK sind derzeit 84.945 Testamente registriert – für ganz Österreich. Nur ein Bruchteil aller Testamente ist somit eingetragen.

„Alte“ Testamente anpassen

Besonders betroffen von den gesetzlichen Neuerungen seien laut Zollner aber vor allem jene, die schon ein Testament verfasst haben: „Es sollte hinsichtlich der neuen Gesetzeslage überprüft und bei Bedarf angepasst werden.“ Vor allem bei größeren Vermögenswerten und Unternehmen sei dies unbedingt zu empfehlen. Zollner: „Viele Firmen haben das doppelt geregelt: Bis 31. 12. mit der alten, und ab 1. 1. 2017 mit einer neuen Fassung des Testaments, da es um viel geht.“ Beratung zahlt sich aus Sich zur Vermögensnachfolge beraten zu lassen, legt der Jurist jedem ans Herz. In Kärnten sind von 271 eingetragenen Rechtsanwälten 52 auf Erbrecht spezialisiert. „Keiner möchte, dass sein Tod einen Familienkonflikt auslöst. Wir beraten jeden individuell und können zudem unsere Erfahrungen aus dem Gerichtssaal einbringen“, informiert Fink.

DIE TERMINE:

Die Kärntner Anwälte und die Kärntner Sparkasse informieren bei Veranstaltungen in ganz Kärnten. Die Termine:
Spittal: 21. September, WIFI Spittal
Villach: 28. Sept., Bambergsaal
Hermagor: 5. Oktober, Wirtschaftskammer
Feldkirchen: 11. Oktober, Sparkasse
St. Veit: 12. Oktober, Rathaus
Völkermarkt: 18. Oktober, Neue Burg
Wolfsberg: 20. Oktober, Kärntner Sparkasse

Beginn ist jeweils um 18 Uhr.
Anmeldungen: Kärntner Sparkasse, Mag. Blazenka Lugar,
Tel. +43 (0)50100 30681, Mail: LugarB@kspk.at
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