26.01.2018, 12:21 Uhr

Kärntner Forstwirtschaft kämpft mit Extrem-Schadholzjahr

Die Schadholzmenge im Vorjahr beträgt 1,531 Millionen Festmeter - das sind 50 Prozent der sonst jährlich genutzten Holzmenge (Foto: LPD Benger)

Schadholz-Bilanz 2017: über 61.000 LKW-Züge Schadholz. Die Forstwirtschaft ist mit Aufräumarbeiten statt mit Waldpflege beschäftigt.

Die Kärntner Waldbauern kämpfen mit einem extremen Schadholzjahr. Nur 2008 nach dem Sturmtief Paula war die Schadholzmenge größer. „Das bedeutet, dass unsere Waldbauern mehr mit der Aufarbeitung der Schadholzmengen beschäftigt sind als mit der eigentlichen Waldpflege und sie kämpfen mit den Einkünften, da sie ja mit verminderter Qualität zu tun haben“, so Forstlandesrat Christian Benger. Ermittelt werden die Schadholzmengen von der Abteilung Forst in der Landesregierung. „Die Erhebung ist notwendig, um die entsprechenden Maßnahmen zu setzen, wie beispielsweise Geld für den Forstwegebau zur Verfügung zu stellen oder eine Wiederaufforstungsprämie auszuschütten“, so Benger.

50 Prozent der genutzten Holzmenge

Die Schadholzmenge im Vorjahr beträgt, laut aktueller Schadholzbilanz, 1,531 Millionen Festmeter. Das sind 50 Prozent der sonst jährlich genutzten Holzmenge. „Um diese Mengen zu beseitigen, werden 61.262 LKW-Züge (Lastkraftwagen inklusive Anhänger) nötig sein“, so Benger. 2008 waren es über 2 Millionen Festmeter. In anderen Jahren macht das Schadholz knapp über 300.000 Festmeter aus. Mit über 500.000 Festmeter verzeichnet Völkermarkt die höchste Menge. Wolfsberg hat mit über 33.000 Festmeter die geringste Schadholzmenge. 

6,6 Millionen Euro Forstbudget

Aus diesen Gründen belauft sich das Kärntner Forstbudget im Jahr 2018 auf 6,6 Millionen Euro. Das ist doppelt so viel wie im Vorjahr. Möglich wird das durch die Schwerpunktsetzung im Forstreferat des Landes. Von EU und Bund fließen 4,3 Millionen Euro nach Kärnten. Die Landesmittel für die Kofinanzierung in Höhe von 1,1 Millionen Euro stehen bereit. Im Forstbudget des Landes liegen zusätzlich 1,2 Millionen Euro, sind zusammen 6,6 Millionen Euro. „Die Schwerpunktsetzung wurde auf Grund der Sturmschäden im Jahr 2017 notwendig und die Verdoppelung der Mittel ist daher dringend notwendig gewesen“, sagt Benger. Die Mittel fließen in Aufforstungsprogramme, in die Digitalisierung sowie in den Forst-Wegebau. Auch für die Schutzausrüstungen soll es wieder eine Förderung im neuen Jahr geben. 
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.