22.11.2017, 10:56 Uhr

Hueter: "Drei in etwa gleich starke Parteien"

Klubobmann der ÖVP Kärnten Ferdinand Hueter will mit der Volkspartei stärker werden, denn: "Rot-Grün wäre für Kärnten tödlich."

Kärntner Klubmann Ferdinand Hueter will mit der Volkspartei stärker werden – und in die nächste Regierung.

KÄRNTEN. Der VP-Klubobmann Ferdinand Hueter spürt einen "starken Rückhalt" für seine Partei. "Wir haben auch konsequent gezeigt, wofür wir stehen", sagt er. Deshalb liegt sein Ziel für die Landtagswahl im März auf der Hand: "Wir wollen stärker werden."
Die Chancen dafür seien intakt. "Man kann das Ergebnis der Nationalratswahl nicht umlegen, da bin ich Realist", spricht er von den über 27 Prozent für die ÖVP von Sebastian Kurz in Kärnten. "Es hat uns aber das Potenzial gezeigt." Dieses will er nun heben und rechnet mit "drei etwa gleich starken Parteien in Kärnten". Bei Landtagswahl im Jahr 2013 erreichte die ÖVP 14,4 Prozent.

Netz in Kärntner Regionen

Dass es ein gutes Plus für die Volkspartei geben kann, bezweifelt Hueter nicht. "Wir haben mit Christian Benger einen guten Spitzenkandidaten", sagt er. Allein auf eine Person will Hueter die Wahlwerbung aber nicht zuspitzen. "Wir sind auch in den Regionen gut vernetzt." Dazu komme, dass in Wien "Leute mit Kärntner Wurzeln" an wichtigen Positionen sein werden. "Den direkten Kontakt in Wien zu haben ist besser als zu philosophieren."
Eine Vorliebe für eine künftige Koalition in Kärnten will Hueter nicht preisgeben. Vor Rot-Grün aber warnt er. "Das wäre für Kärnten tödlich", findet er klare Worte.
Denn: Bei vielen Themen sei die ÖVP alleine gestanden, wenn es etwa um "Leistung, Eigentum, Sicherheit und Heimat" gegangen ist. Mit eben diesen Themen will die Kärntner Volkspartei am 4. März punkten.

"Keine Ausreden mehr"

Klar spricht Hueter die von Kurz angekündigten Reformen an. "Dafür ist es höchst an der Zeit", sagt er und meint damit auch Kärnten. "Jetzt gibt es keine Ausreden mehr und auch kein Tabu-Thema." Ihre Reformwilligkeit hat die ÖVP mit der Zusammenlegung der Landwirtschaftlichen Fachschulen Drauhofen und Litzlhof bewiesen. "Bei sinkenden Schülerzahlen kann nicht alles gleich bleiben", meint er. Das fordere er auch vom Land in anderen Bereichen ein. Er spricht sich für einen Abbau von Bürokratie und Verwaltung ein. "Die Gemeinden zeigen das vor, mit gemeinsamen Gewerbeparks und Bauhöfen", so Hueter. "Nicht jede Gemeinde kann alles selbst haben."
Hueter ist klar, dass es weniger Personal im Landesdienst geben soll. "Ich spreche aber nicht von Kündigungen", stellt er klar. Man müsse natürliche Abgänge nützen und Nachbesetzungen ganz genau ansehen.
Ein Dorn im Auge sind ihm die Gewerbe-Verfahren. "Da kommt eine Armada an Leuten und sagt, wie es nicht geht, anstatt Wege aufzuzeigen", kritisiert er. "Das ist nicht Service im dritten Jahrtausend." Vieles habe sich in der aktuellen Periode sogar negativ entwickelt. Seine Forderung: "Die Zeiten des Verhinderns sind vorbei – Wirtschaft und Naturschutz schließen sich nicht aus."

"Wirtschaft in Kärnten ermöglichen"

Damit spricht er auch die Natura-2000-Gebiete an. Hueter fordert eine Einbindung der Eigentümer. "Wir haben eine schöne Kulturlandschaft dank der Bauern, die sie pflegen." Das gelte es weiter zu ermöglichen. "Sonst haben wir irgendwann Urwald." Die Schutzgebiete seien an ihrer Qualität zu messen, nicht nur in Prozenten. Bei der Landtagssitzung am morgigen Donnerstag nimmt sich die VP der Kärntner Tracht an. Sie bringt einen Antrag ein, damit sie als Unesco-Weltkulturerbe gelten kann. "Die Tracht ist Kärntner Kulturgut", sagt Hueter. "Ich hoffe, dass die anderen Parteien zustimmen."
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