03.10.2017, 18:00 Uhr

Köstinger: Ein Herz für den ländlichen Raum

Elisabeth Köstinger (ÖVP): "Für Kärntner Interessen" (Foto: Gruber)

Die Kärntner Spitzenkandidatin der ÖVP, Elisabeth Köstinger, will gegen Abwanderung vom Land kämpfen.

KÄRNTEN. Zehn Tage vor der Wahl kritisiert Elisabeth Köstinger das "Dirty Campaigning" im Wahlkampf. "Man macht der Politik ingesamt keinen Gefallen damit", ist sie überzeugt. Im Fall der Liste Kurz – Köstinger ist Spitzenkandidatin in Kärnten – bedeute das: "Wir müssen uns laufend rechtfertigen, anstatt Themen setzen zu können."
Sie nämlich will mit ihren Inhalten überzeugen. "Der ländliche Raum liegt mir am Herzen", sagt die Lavanttalerin. Sie setzt sich für Entlastungen und Infrastruktur ein.
"Ich werde oft gefragt, ob ich einen Job in Kärnten wüsste", erzählt sie von Begegnungen in Wien. Das Angebot an qualifizierten Stellen in Kärnten sei aber zu gering. "Die Politik muss ambitionierter sein – es wird zu viel verschlafen."
Als Abgeordnete will sie sich jedenfalls für den ländlichen Raum stark machen. Allen voran mit einer Steuerentlastung. "Diese kann zu Investitionen führen", glaubt sie. "Nichts ist unumkehrbar."

Breitband für Bauern in Kärnten

Auch die Infrastruktur für periphere Gebiete sei von Bedeutung für bäuerliche Familien. Köstinger: "Der Breitband-Ausbau betrifft auch die Landwirtschaft ganz stark – etwa, wenn es um Urlaub am Bauernhof geht." Außerdem soll die Nutzung von Biomasse ausgebaut werden, auch das würde direkten Einfluss auf die Forstwirtschaft haben.
Köstinger will auch Bundesbehörden abseits der Städte ansiedeln. "Es muss nicht immer die Zentrale sein", sagt sie. Konkret denkt sie an ein Holzkompetenz-Zentrum oder auch eines für die Fleischwirtschaft. Beide könnten in Kärnten angesiedelt sein. "Solche Behörden bringen Jobs und Know-how ins Land."
Als Einzelkämpferin sieht sich Köstinger aber nicht. "Ich habe in Brüssel erlebt, dass man nur über Allianzen etwas erreichen kann", erzählt sie. "Meine Art wird sich nicht ändern." Trotz ideologischer Unterschiede will sie mit anderen Kärntnern im Nationalrat Interessen für Kärnten umsetzen.

Spürbare Entlastung

Ein Anliegen ist ihr die Steuerentlastung auch insgesamt. "Für den Mittelstand, der das System trägt", wie sie sagt. Leute, die etwa 3.000 Euro brutto im Monat verdienen, sollen eine spürbare Entlastung erleben; sparen will die neue Volkspartei im System.
Auch durch den Steuerbonus für Familien – "bis zu 1.500 Euro pro Kind" – erwartet sie sich deutlich mehr Spielraum für die Bürger. "Jetzt ist es schwer, sich etwas aufzubauen", kritisiert sie.

Das dritte Kärntner Mandat

Ambitioniert sind ihre Ziele auch, wenn es um das Wahlergebnis geht. "Drei Mandate wären großartig", hofft sie darauf, zwei dazuzugewinnen. Zu den Umfragen, die die Volkspartei auf Platz eins sehen, sagt sie: "Wir werden uns bis 15. Oktober keine Sekunde als Sieger fühlen, sondern bis zuletzt Überzeugungsarbeit leisten."

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