18.05.2016, 18:00 Uhr

Politologin: "Einfluss des Landes Kärnten steigt nun"

Selbstbestimmung: Das Land Kärnten könnte in Wien nun besser angeschrieben sein

Kärntner FH-Professorin ortet Chancen durch neuen Bundeskanzler und wünscht sich mehr Tempo bei Reformen.

KÄRNTEN. "Die Achse zwischen Peter Kaiser und Christian Kern scheint zu funktionieren", analysiert Politologin Kathrin Stainer-Hämmerle die Veränderungen für Kärnten durch den neuen Bundeskanzler und seine Regierungsmannschaft – auch wenn sich kein Kärntner darin befindet.
"Man hatte bisher das Gefühl, dass Kärnten schlechter behandelt wird als andere Bundesländer", spricht Stainer-Hämmerle auf Kasernen und Durchgriffsrecht bei den Flüchtlingsunterkünften an. "Das kann jetzt anders werden", glaubt sie. Auch rechnet die FH-Professorin mit einem "Ende der Demütigungen", wenn es um Finanzierungen aus Wien geht.
Damit, so Stainer-Hämmerle, sollte man in Kärnten verstärkt auf Infrastruktur-Projekte setzen. Insgesamt: "Ich glaube, das Tempo für Reformen müsste erhöht werden", sagt sie . "Es ist manchmal zu wenig klar, wohin die Reise geht." Die Zeit – etwa für die Verfassungsreform – drängt: "Es ist noch ein Jahr Zeit, bis im Herbst 2017 der Wahlkampf startet."

"Kärnten ist verloren"

Ein Wahlkampf – der zum Bundespräsidenten – geht diesen Sonntag zu Ende. Dabei rechnet sie Kärnten weniger Einfluss aus. Die Kandidaten haben sich nach dem ersten Wahlgang auch nicht im Land gezeigt. "Für Alexander van der Bellen ist Kärnten ohnehin verloren", analysiert sie. Zwar seien die 14 Prozent des ersten Durchgangs "über dem Kernpotenzial", allerdings fehle es hierzulande "an Universitäten und städtischen Gebieten". Zur Chance des grünen Kandidaten: "Er muss in Wien 60 Prozent und mehr erreichen, wenn er gewinnen will", so Stainer-Hämmerle.
In Richtung Norbert Hofer meint sie: "Der neue Bundeskanzler könnte dazu führen, dass die Protestwähler eher zu Hause bleiben." Für entschieden hält sie die Wahl noch nicht. "Nachdem beide nicht Wunschkandidaten von vielen sind, ist die Bindung nicht groß", analysiert Stainer-Hämmerle. "Kleinigkeiten in den letzten drei Tagen können entscheidend sein."
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