21.04.2017, 14:00 Uhr

Ein "Heimkehrer" für die Villacher Brauerei

Beim Business Lunch in der Urbani Weinstuben: Villacher-Boss Thomas Santler und Gerd Leitner (Foto: Kompan)

Thomas Santler war Marketing-Chef bei Villacher. 2016 ist er als Vorstand nach Villach zurückgekehrt.

KÄRNTEN. Der Vorstand von Villacher Bier, Thomas Santler, schätzt das Ambiente – und freilich auch die Küche – in der Urbani Weinstuben. Auch privat zieht es ihn gerne in das Villacher Traditionshaus. Wobei: Richtig privat ist Santler wohl nie. "Ich schaue, ob mit dem Bier alles passt", erzählt er von Besuchen in Lokalen, vorzugsweise bei seinen Kunden. So auch beim Business Lunch der WOCHE.
Dieser "professionelle Blick" auf das Produkt Bier hat einen klaren Grund: "Wenn etwas nicht stimmt, zum Beispiel mit der Schankanlage, fällt es auf die Brauerei zurück", erklärt Santler. Umgekehrt aber könne der Wirt zu einem starken Markenbotschafter werden. "Wenn er hinter dem Produkt steht, kann er es dem Gast nahebringen – einen so aktiven Markentransport kann nur ein Wirt bewerkstelligen", so Marketing-Experte Santler.

Villacher "Heimkehrer"

Vor einem Jahr ist er gefragt worden, ob er die Verantwortung über die Brauerei in Villach übernehmen will. "So ein Angebot bekommt man nicht oft; ich habe nicht lange gezögert." Als gebürtiger Villacher sei er der Stadt – und auch der Brauerei – verbunden. Bereits vor einigen Jahren verantwortete er das Marketing des Unternehmens.
Auch als Vorstand liegt ihm die Marke am Herzen. Neue Produkte sollen sie zusätzlich "aufladen". Letztes Jahr brachte Villacher die Dose auf den Markt, kürzlich folgte das erste alkoholfreie Bier aus der Brauerei. Der Name: Freilich. "Das Produkt dynamisiert die Marke und umgekehrt", so Santler. "Jetzt können auch Autofahrer Villacher trinken – nur ohne Alkohol eben."

Den Start unterschätzt

Der Erfolg gibt den Villacher Brauern recht. "Wir haben das Freilich unterschätzt", freut sich Santler über den Erfolg. Zum Start war der Absatz doppelt so hoch wie gedacht. Mittlerweile habe man die Produktion auf die Nachfrage eingestellt.
Mit neuen Produkten aus der Brauerei will Santler Wachstum generieren – in einem insgesamt stagnierenden Markt. "Das Alkoholfrei-Segment legt zu", kennt er den Markt. Den Grund ortet er im allgemeinen Trend zu gesünderer Lebensweise.

Zwölf Prozent Export aus Villach

Weiteres Wachstum hält er im Ausland möglich. Zwölf Prozent der über 300 Hektoliter Bier, die in Villach produziert werden, gehen ins benachbarte Ausland. Villacher konzentriert sich auf Italien und Slowenien. "Man kann Bier nicht unendlich weit transportieren", so Santler. Kroatien könnte in naher Zukunft hinzukommen.
Auf dem Heimmarkt spielt die Gastronomie eine große Rolle – nicht nur als Markenbotschafter, sondern für das Image des Bieres insgesamt. "Der Stellenwert ist gestiegen", analysiert Santler. Als einen ausschlaggebenden Punkt sieht er die beliebten Craftbiere. "Bier ist ein vielfältiges Produkt", ist er überzeugt. "Es funktioniert bei einem Zeltfest genauso wie als gepflegtes Fassbier in schönen Gläsern in Restaurants."
Damit dies bei Villacher Kunden ausgezeichnet funktioniert, seien Außendienstmitarbeiter der Brauerei "in hohem Maße" Berater – von Service-Qualität bis hin zur Schanktechnik. "Bei Neukunden sehen wir uns das Konzept genau an, evaluieren und unterstützen den Wirt."

Diese 40 Jahre sind nicht für die Fisch

VILLACH. 40 Jahre ist es her, dass Michael Kaspar die Tore zu seiner Urbani Weinstuben öffnete. Heute leitet Tochter Patricia die Geschicke des Hauses. Was geblieben ist: die Liebe zu Fischgerichten. Etwa: "Der Branzino im Salzmantel, am Tisch filettiert", so Kaspar. "Das gibt es in Villach nur bei uns." Zweimal pro Woche kommt frischer Fisch aus Italien.

Zur Sache - Menü
Die Urbani Weinstuben ist in Villach seit 40 Jahren bekannt für traditionelle Küche mit friulanischem Einschlag.

Heute führt Patricia Kaspar, Tochter des Gründers Michael Kaspar, das Traditionshaus.

Vor allem der Fisch kommt bei Familie Kaspar nicht zu kurz. Zweimal wöchentlich kommt frische Ware aus Italien.

Beim Business Lunch gab es:

Tafelspitzbouillon mit Frittaten und Kräutern

Spargelschaumsuppe mit Spargelstückchen und Sahnehaube

Spargelrisotto mit frischem Spargel und Kräutern

Hausspezialität "Glustfuchs"
in einer g'schmackigen Rahmsauce mit Bratkartoffel
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