30.05.2017, 13:24 Uhr

Kärntner Apotheker wollen nun mit Beratung punkten

Kärntner Apotheker-Präsident Paul Hauser: "Wir haben für Beratungen nie Geld genommen, aber Beratung muss etwas kosten." (Foto: KK)

Neue Erlösquellen für die Apotheker in Kärnten: Beratungsleistungen. Appell an die Krankenkassen.

KÄRNTEN. Kärntens Apotheker wollen nun ihre Beratungsleistungen in den Vordergrund stellen und damit auch bekannter machen. Das kündigt Paul Hauser, Präsident der Apothekerkammer, nun an.
Der Grund: "Wir haben für unsere Beratungen nie Geld verlangt", sagt Hauser in Richtung Krankenkassen. Ihren Verdienst zogen sie aus den Spannen für Medikamente. "Durch den erhöhten Einsatz von Generika gibt es aber kaum noch Spannen."

Management für Arzneien

Es soll zusätzliche Erlösquellen für die knapp hundert Apotheken im Land geben. Als großes Feld eigne sich das "Medikationsmanagement". Hauser erklärt: "Bei Menschen, die mehrere Dinge nehmen, können Wechsel- oder Nebenwirkungen auftreten." In manchen Fällen sei ein Medikament sogar wirkungslos, oder es wirkt stärker – was bei Schwerkranken ein erhebliches Risiko bedeutet. "Viele Beeinflussungen wissen wir erst seit wenigen Jahren", erläutert Hauser.
Apotheker wollen sich in dieser Sache als Berater anbieten. "Kunden gehen mit all ihren Präparaten zum Apotheker. Es folgt eine Analyse, in der auch Essgewohnheiten und Nahrungsergänzungsmittel berücksichtigt werden. Der Apotheker macht ein Konzept. Dieses geht an ein Experten-Team zum Gegencheck. Hauser: "Die Apotheker haben dafür eine Zusatzausbildung – das Ergebnis muss ja Hand und Fuß haben."

Appell an Krankenkassen

Was Patienten von so einer Analyse haben, liegt auf der Hand: "So verhindert man, dass sich Krankheiten verlängern oder Menschen unnütz Medikamente einnehmen", sagt Hauser.
Derzeit ist die Analyse über spezielle Versicherungen möglich, oder die Kunden bezahlen selbst dafür. Hauser legt diese Art der Beratung aber auch den Krankenkassen als mögliche finanzierte Leistung ans Herz. "Darüber wird man sich einmal Gedanken machen müssen", sagt er klar.
Tatsache nämlich ist, dass Kosten für Medikamente hoch sind, und: "Locker ein zweistelliger Anteil an verordneten und bezahlten Medikamenten wird nicht benutzt", glaubt Hauser. Die Gründe: Die Präparate tun dem Patienten nicht gut oder verfehlen die Wirkung. Mit entsprechender Beratung – auch durch die Kassen finanziert – könne man dies vermeiden.

Apotheker-Beratung muss kosten

Doch auch unabhängig von Kassenleistungen will Hauser die Kunden zu Beratungen gewinnen. Zwar seien Kunden immer mehr bereit, für das Fachwissen der Apotheker – also für die eigene Gesundheit – Geld zu bezahlen. Allerdings: "Den Menschen ist nicht bewusst, dass sie für ihren Arztbesuch durch die Pflichtversicherung eigentlich schon bezahlt haben." Deshalb stoßen Gebühren bei Apothekern nicht nur auf Verständnis.
In "einzelnen Bereichen" bieten Kärntner Pharmazeuten aber bereits Zusatzleistungen mit Gebühren an. "Für Beratungen, die auch woanders etwas kosten", sagt Hauser. Beispiel: Die Antlitzanalyse, wenn es um Bachblüten geht.
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