17.01.2018, 06:30 Uhr

Update: Pläne des Kärntner Investors am Nassfeld

Bis Freitag können Investoren ihre Angebote am Heta-Anteil am Nassfeld abgeben – zwei Bieter matchen sich (Foto: Kompan)

Das Bieter-Match um das Nassfeld läuft bis Freitag. Die Kärntner Investoren wollen 1.000 neue Betten.

NASSFELD, KLAGENFURT. Seit knapp zwei Wochen gibt es heftige Debatten um den Verkauf der Heta-Anteile am Nassfeld. Sowohl der slowakische Investor Igor Rattaj als auch eine Gailtaler Bietergruppe um Riedergarten-Immobilien-Chef Herbert Waldner wollen die 33 Prozent an den Bergbahnen erwerben.
Mittlerweile ist aus der Angelegenheit ein Politikum geworden. Auf Initiative der FPÖ findet am morgigen Donnerstag sogar ein Sonderlandtag statt, indem die FPÖ den Verkauf der Landesanteile – ebenfalls 33 Prozent – per Beschluss verhindern will.
Bis kommenden Freitag können Angebote für die Heta-Anteile abgegeben werden. Sowohl Land als auch Nassfeld-Pionier Arnold Pucher müssen zum möglichen Investor ihr grünes Licht geben.

"Greifbare Gailtaler Unternehmer"

"Das Einfachste wäre, Arnold Pucher würde mit mir sprechen", sagt Waldner. Dieser hat es aber im Interview mit der Kleinen Zeitung ausgeschlossen. Waldner zollt dem Tourismus-Pionier dennoch Respekt. "Pucher war ein richtiger Kämpfer für das Gebiet, mit den notwendigen Ideen und auch dem nötigen Ehrgeiz."
Waldners Bietergruppe wolle nun dafür sorgen, dass das Nassfeld eine positive Zukunft hat. "Ich muss hier einfach etwas machen", sagt der Immobilien-Unternehmer klar, "weil es mein Zuhause ist." Das gelte auch für seine Investoren-Kollegen. "Wir sind alles namhafte Unternehmer aus der Region; wir sind greifbar."

100 Millionen Investition am Nassfeld

Wie ernst sie es mit dem Nassfeld meinen, würden die Investitionen der letzten Jahre zeigen – insgesamt 112 Millionen Euro. Waldner: "Unsere Unternehmen beschäftigen knapp 300 Mitarbeiter, großteils aus der Region." Diesen Weg wolle man weiter beschreiten, sofern man den Zuschlag erhalte.
Vor allem wollen Waldner und seine Mitstreiter die Bettenkapazität am Nassfeld erhöhen – 100 Millionen Euro sollen in den nächsten Jahren für 1.000 zusätzliche Betten sorgen. Und: "Wir haben großes Interesse daran, dass auch die kleineren Skigebiete in der Region bestehen bleiben", bekennt sich Waldner zu Weißbriach und Kötschach-Mauthen.
Auch die Modernisierung der Liftanlagen steht an. 40 Millionen Euro stellen die Investoren in Aussicht. "Wir wollen, dass aus der Liftgesellschaft etwas wird", sagt Waldner. Schon bisher hätten die Betriebe für 10 Prozent der Umsätze gesorgt. "Durch unsere Investitionen verdoppelt sich der Anteil."

Kooperation mit ÖSV

Im Rahmen einer Pressekonferenz "Impulse Nassfeld 2040" heute, Mittwoch, kündigte die Bietergruppe mit Waldner, Friedl Seiwald, Martin Waldner und Klaus Herzog eine verstärkte Kooperation mit dem Österreichischen Skiverband (ÖSV) an und sprach auch vom Plan, ein permanentes ÖSV-Trainingszentrum errichten zu wollen. Als fixe Einrichtung ist ein internationaler "Nachtslalom Grand-Slam" mit den Rennorten Zagreb, Kranjska Gora und dem Nassfeld angedacht.

Weltcup-Rennen als Ziel

Für Seiwald ist der nächste Schritt die "Modernisierung der Gartnerkofel- und Tröglbahn zu zwei 8er-Bahnen". Auch die Idee eines Ausbaus der Seilbahnen Richtung Italien dürfe für ihn nicht fallen gelassen werden.
Herzog spricht vom mittelfristigen Ziel, Weltcup-Rennen am Nassfeld durchzuführen. Martin Waldner möchte vermehrt Anreize schaffen, damit Skifahren nicht noch mehr zum Luxusgut wird - sprich attraktive Angebote für Schulskikurse schaffen. Herbert Waldner abschließend: "Wir versperren uns nicht gegen einen Investor, egal ob vom Inland oder vom Ausland, der mit uns gemeinsam das Nassfeld entwickeln will."

Info: Die Pläne der Kärntner

  • Weitere 100 Millionen Euro sollen bis 2025 investiert werden, in: Hotel Gartnerkofel (2018 bis 2020), Alpin Hotel & Chalets Sonnenalpe (2019-2022) und den Ausbau Alm Resort Nassfeld Gartnerkofel (ab 2022).
  • Die Kärntner Bietergruppe hat bisher 112 Millionen Euro in das Nassfeld investiert:
  • Nassfeld Lift-GmbH: 40 Millionen Euro
  • Madritschen Seilbahnen: 20 Millionen Euro
  • WH Holding GmbH, inklusive Tochtergesellschaften: 36 Millionen Euro in das Alm Resort Nassfeld, Appartementhaus Nassfeld, Appartementhaus Hoffmann, Umbau Alm Hotel Kärnten
  • Hotel Gartnerkofel Waldner GmbH: 16 Millionen Euro in den Ausbau des Hotels Gartnerkofel
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