02.01.2018, 12:18 Uhr

Land Niederösterreich gibt "Landarztgarantie"

Landeshauptfrau Mikl-Leitner, Landesvize Stefan Pernkopf (l.) und Finanzlandesrat Ludwig Schleritzko stellten ein Paket zur Sicherung der medizinischen Versorgung am Land vor. (Foto: NLK Filzwieser)

Kampf dem Ärztemangel. Kremser Medizin-Uni wird ausgebaut, Mediziner bekommen Starthilfe. Wenn kein Doktor "anbeißt", springen Klinikärzte in Praxen ein.

In Niederösterreich gibt es derzeit 770 Stellen für Kassenärzte. Derzeit sind nur fünf dieser Stellen nicht besetzt, aber das Land Niederösterreich hat nun ein Maßnahmenpaket geschnürt, um die Problemfälle zu lösen. Denn generell mangelt es an Medizinern in Österreich und deshalb will man im größten Bundesland vorsorgen, damit es zu keinen Versorgungsengpässen kommt.

20 mal ausgeschrieben, kein Doktor. Jetzt springen Klinikärzte ein

Landeshauptfrau Mikl-Leitner kündigte daher am 2. Jänner an, dass das Land Niederösterreich ab sofort eine "Landarztgarantie" abgibt. Mikl Leitner: „Wir wissen, dass das Thema Gesundheitsversorgung wesentlich ist, ob sich eine Region gut entwickelt. Und deshalb haben wir ein Maßnahmenpaket geschnürt, welches die ärztliche Versorgung am Land sicherstellt." Als Beispiele brachte die Landeschefin Gresten im Bezirk Scheibbs, Aspangberg/ St. Peter im Bezirk Neunkirchen und Groß Gerungs im Bezirk Waidhofen: „Die Arztstellen dort wurden teilweise über 20 mal ausgeschrieben und sind noch immer nicht besetzt. Bis ein Arzt gefunden wird, werden Mediziner aus den Landeskliniken einspringen."


Startförderung und Transportservice

Als zweite Sofortmaßnahme sollen Ärzte, die sich am Land ansiedeln eine Startförderung zwischen 5.000 und 50.000 Euro zur Modernisierung der Praxen erhalten. Weiters sollen Rettungsdienste den Ärzten auf Kosten des Landes unter die Arme greifen. Etwa wenn wegen Schlechtwetters Hausbesuche in entlegenen Regionen schwer werden, könnte die Rettung mit Allradautos einspringen.


Kremser Medizinuni wird ausgebaut: 450 Studienplätze bis 2020

Um in Zukunft erst gar nicht in die Lage zu kommen, keinen Arzt zu finden, setzt das Land auf Ausbildung. Finanz-Landesrat Ludwig Schleritzko: „Ein Problem ist, dass es immer weniger Medizinstudenten gibt. 2007 gab es noch 1.560 Studienplätze allein in Wien. Heute sind es in ganz Österreich nur noch 1.450, ein Viertel davon sind für ausländische Studenten reserviert. Deswegen hat Niederösterreich die Landsteiner-Medizinuni in Krems gegründet. In den kommenden Jahren soll diese voll ausgebaut werden. Im Jahr 2020 werden in Krems 450 Studenten ausgebildet der Großteil davon aus Wien und Niederösterreich. Damit können wir ein Drittel des Ärztebedarfs in Niederösterreich decken."


Kliniken: 200 neue Diensposten und Neubau in Neustadt

Weiters bietet das Land Hilfe beim Aufnahmetest für die Medizin-Unis an. Wer es geschafft hat, soll künftig auch seine 6-monatige Pflichtpraxis bei Landärzten absolvieren können. Der für die Kliniken Landesvize Stefan Pernkopf: „Insgesamt hat das Land ein Maßnahmenpaket von 600 Millionen Euro geschnürt. Das umfasst die eben vorgestellte Aktion Landarzt, aber auch 200 neue Dienstposten im Klinikenbereich und den Neubau des Landesklinikums Wiener Neustadt."
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Karl Maurer aus Krems | 02.01.2018 | 19:41   Melden
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Helmut Böhm aus Waidhofen/Thaya | 02.01.2018 | 20:13   Melden
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