15.01.2018, 16:50 Uhr

Landtagswahl im Land der Pendler: Das wollen die Parteien für Niederösterreichs Verkehr

Niederösterreich ist das Land der Pendler: In den kommenden Jahren sollen drei Milliarden Euro investiert werden. (Foto: cpw83/panthermedia.net)

Die Bezirksblätter Niederösterreich haben die Verkehrskonzepte der einzelnen Parteien unter die Lupe genommen und die Spitzenkandidaten für die anstehende Landtagswahl nach ihren Konzepten befragt.

Niederösterreich ist nicht nur das größte Bundesland - es ist auch das Land der Pendler. Die Öffis verzeichnen jeden Tag rund 600.000 Fahrgäste. Fast 200.000 Niederösterreicher pendeln jeden Tag über die Landesgrenzen hinaus.

Das Land plant, in den kommenden Jahren drei Milliarden Euro in den Ausbau der Mobilität zu stecken. Deswegen haben die Bezirksblätter die Verkehrskonzepte der einzelnen Parteien unter die Lupe genommen und die regionalen Spitzenkandidaten nach ihren Konzepten befragt.

Mikl-Leitner: 3 Milliarden für Verkehrspaket

Landeshauptfrau und VP-Spitzenkandidatin Johanna Mikl-Leitner will den eingeschlagenen Weg fortsetzen und Niederösterreichs Straßen und öffentliche Verkehrswege noch effizienter gestalten.

"Wir müssen in den Lebensräumen der Menschen denken - zwischen Gemeinden, Städten und Regionen und auch über Bundesländer- und Staatsgrenzen hinweg. Schon bisher haben wir viel in unsere Straßen und Schienen investiert. Jetzt ist es unsere Aufgabe, die Verkehrswege schneller und die Fahrtzeiten kürzer zu machen. Deshalb investieren wir mit dem Mobilitätspaket mehr als 3 Mrd. Euro – nicht nur in den Ausbau unserer Straßen, sondern verstärkt in den öffentlichen Verkehr und in die E-Mobilität.", so Mikl-Leitner.

Schnabl: Ausbau und Förderung der Öffis

Franz Schnabl, SPÖ, sieht unter anderem im Ausbau des öffentlichen Netzwerks in Niederösterreichs Landeshauptstadt großes Potenzial und will die Bevölkerung beim Nutzen der Öffis finanziell entgegenkommen.

"Wir wollen das 365-Euro-Jahresticket! Ein Euro am Tag für alle Öffis tut der Umwelt gut, reduziert Lärm und Abgase und stärkt die persönliche Mobilität. Wichtig wäre auch ein massiver Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel im St. Pöltner Umland. Auf der Straße muss der Ausbau der B20 von St. Pölten Richtung Süden kommen. Weitere Themen sind ein Schnellbahnnetz mit zentralem Knotenpunkt St. Pölten und die Verlängerung der U4 nach Niederösterreich. Darüber hinaus die Förderung der E-Mobilität durch ein besseres Ladenetz."

Kritik von der FPÖ

Harte Worte findet der blaue Spitzenkandidat Udo Landbauer. Er wirft der regierenden Volkspartei eine Vernachlässigung des ländlichen Raums vor und fordert den Ausbau des Verkehrsnetzes in strukturschwachen Gebieten.

"In den letzten Jahren hat die ÖVP den Personennahverkehr vor allem im ländlichen Raum komplett ruiniert, man erinnere sich bloß an die bevölkerungsfeindliche Schließung von 26 Nebenbahnen. Wir Freiheitlichen achten auf unser Land und setzen uns sowohl für Verbesserungen im öffentlichen Verkehrsnetz als auch für den Ausbau leistungsfähiger Straßenverbindungen besonders in strukturschwachen Gebieten, Stichwort Waldviertelautobahn, ein."

Krismer: "365 Euro-Jahres-Ticket. Jetzt!"

Helga Krismer sieht das 365-Euro-Jahres-Ticket als zentrale Forderung der grünen Verkehrspolitik und ortet im Industrieviertel, ihrer Heimat, einige Problemstrecken.

"Im Industrieviertel gibt es Problemstrecken im öffentlichen Verkehr. Etwa die Aspangbahn und die Triestingtalbahn schlafen ein. Zentrales Element der grünen Verkehrspolitik ist die Forderung nach einem 365 Euro-Jahres-Ticket: Weil sich Menschen erstens viel Geld sparen, weil zweitens mehr Personen ein so attraktives Ticket haben wollen und weil drittens diese Personen wollen, dass Strecken ausgebaut werden und mehr Züge fahren. Daher braucht es das 365 Euro-Jahres-Ticket. Jetzt."

NEOS: Datenverkehr statt U-Bahn

Beim Thema Verkehr denkt Indra Collini, Spitzenkandidatin der NEOS, nicht nur an Straßen, Autos und Züge, sondern auch an den, ihrer Meinung nach zu schleppend voranschreitenden, Breitband-Ausbau in Niederösterreich.

"Wir müssen einen lebendigen ländlichen Raum schaffen, in dem die Menschen gerne, gut und frei leben und sich aus eigener Kraft etwas schaffen können. Dazu sind neben Straßen für Autos auch Straßen für Daten notwendig – beim Breitband-Ausbau hat Niederösterreich viel zu lange nichts unternommen. Was den öffentlichen Verkehr betrifft, glauben wir NEOS, dass der Ausbau der U-Bahn nicht der beste Weg ist. Wir denken, dass die bestehenden S-Bahn- und Bus-Verbindungen massiv ausgebaut und verstärkt gehören."
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Hermann Biber aus Scheibbs | 15.01.2018 | 17:20   Melden
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karl bauer aus Korneuburg | 15.01.2018 | 17:50   Melden
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Hermann Biber aus Scheibbs | 15.01.2018 | 18:07   Melden
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Karl Maurer aus Krems | 16.01.2018 | 14:37   Melden
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