10.11.2017, 21:27 Uhr

Alles offen im Waldviertler Titelkrimi

Nach dem ersten Tag führt Raimund Baumschlager die 37. Waldviertel-Rallye an / Entschieden ist im Kampf um den Staatsmeistertitel noch nichts, der regierende Meister Hermann Neubauer liegt vor dem entscheidenden zweiten Tag nur 2,7 Sekunden zurück / Julian Wagner liegt in der 2WD-Meisterschaft auf Titelkurs

Wäre die 37. Rallye Waldviertel mit dem Stand vom ersten Tag beendet, hieße der Staatsmeister des Jahres 2017Raimund Baumschlager. In einem erwarteten Sekundenduell liegt der oberösterreichische Rekord-Champion vor dem entscheidenden zweiten Tag 2,7 Sekunden vor dem regierenden Titelträger Hermann Neubauer. Dieser hatte noch vor der nur zwei Kilometer langen und letzten Prüfung des gestrigen Tages auf dem Nordring in Fuglau mit 0,4 Sekunden geführt, musste sich dann aber Baumschlager im direkten Duell um 3,1 Sekunden geschlagen geben. Niki Mayr-Melnhof, der ebenfalls noch Titelchancen hat, liegt mit 12,3 Sekunden Rückstand auf Platz drei. Die österreichische Vierfachführung komplettiert Christian Schuberth-Mrlik. Der Waldviertler Lokalmatador fuhr auf der fünften Sonderprüfung die zweitbeste Zeit.

Doch entschieden ist im Titelkrimi noch gar nichts. Denn erstens liegen die drei Meisterkandidaten Baumschlager, Neubauer und Mayr-Melnhof noch immer auf Augenhöhe, und zweitens sind morgen, Samstag, noch weitere neun Sonderprüfungen zu absolvieren. Tatsache ist freilich, dass die Nerven von Prüfung zu Prüfung angespannter, die Zeit der Belauerungsphasen immer kürzer werden muss. Denn wenn keiner der drei aus- bzw. klar zurückfällt, kann zumindest zwischen Neubauer und Baumschlager die Entscheidung um den Titel nur durch einen eigenen Sieg fallen.

Völlig an ihm vorbei läuft die Rallye momentan für 2WD-Titelfavorit Daniel Wollinger. Der Steirer fabrizierte auf SP 2 einen Ausritt, bei dem er sich seinen Renault Clio rechts vorne beschädigte und er wohl infolge der Reparaturzeit etwas zu spät aus dem Service kam, wodurch er sich auch noch eine 10-Sekunden-Strafe wegen Zeitüberschreitung einhandelte. Mit einem Steher auf SP 3 erreichte Wolingers Pechsträhne dann ihren freitägigen Höhepunkt. Fazit: Nur Rang 26 und vom ersten Meistertitel meilenweit entfernt. Vorne weg zieht in der 2WD-Wertung hingegen Julian Wagner im Opel Adam. Der Oberösterreicher, der mit einem Sieg Staatsmeister werden könnte, liegt nach Tag 1 auf dem tollen 12. Gesamtplatz und acht Sekunden vor seinem schärfsten Konkurrenten Michael Kogler.

Bei den Junioren führt der bereits feststehende Staatsmeister Julian Wagner vor seinem Bruder Simon Wagner.

Im Österreichischen Rallye Cup der AMF führt in der Division C1 Sebastian Kletzmayr vor Roman Mühlbeger und Marco Aubrunner (alle Mitsubishi).

Im Opel Corsa OPC Cup führt Manuel Pfeifer vor dem Titelfavoriten Rene Rieder.

Harald Ruiner (Nissan) führt die M1-Rallye-Masters-Wertung an.

Die Führenden in der Historischen Staatsmeisterschaft und im Historischen Rallye Cup heißen Oskar Hebenstreit (Ford Escort) bzw. Kurt Göttlicher (Ford Sierra).

Fotos: Illmer
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