22.05.2017, 13:47 Uhr

Internationale Braustadt-Burg Rallye Zwettl 2017: Gerald Rigler feiert überlegenen Triumph

Gerald Rigler holte sich den verdienten Sieg bei der 3. Internationalen Braustadt-Burg Rallye Zwettl am 19. und 21. Mai 2017 (Foto: Walter Vogler)

Gerald Rigler feiert bei der dritten Ausgabe der Braustadt-Burg Rallye Zwettl mit sechs von acht möglichen Bestzeiten einen klaren Gesamtsieg und triumphiert auch in der Austrian Rallye Trophy. In der ARC siegt VW-Pilot Christoph Weber, bei den Junioren gewinnt dessen Markenkollege Michael Franz. Den Sieg bei den Historischen feiert Günther Königseder im Lancia Delta Integrale.

Für Gerald Rigler war die Braustadt-Burg Rallye Zwettl eine erfolgreiche, aber auch etwas einsame Erfahrung – so sehr, dass er sich seine "alten" Gegner Martin Fischerlehner oder Roman Odlizilik zurückwünschte.

Oberösterreicher Rigler: Mit Selbstvertrauen zum Waldviertel Rallyesprint

Der Oberösterreicher, wieder von seinem Stammcopiloten Martin Rossgatterer begleitet, hämmerte in seinem Zellhofer Motorsport Ford Fiesta R5 eine Bestzeit nach der anderen in den festen und zum Teil auch losen Untergrund. Im Ziel auf dem Hauptplatz von Zwettl sagte Rigler: "Es war eine superschöne Veranstaltung – ich glaube, dass wir heute alles richtig gemacht haben und wir sind froh, dass wir im Ziel sind. Und in zwei Wochen geht es schon wieder weiter, da starten wir beim Waldviertel Rallyesprint, Schotter gefällt mir ganz besonders."

Rigler hat damit neben dem logischen Sieg in der Klasse nicht nur die Austrian Rallye Trophy (ART) für moderne Fahrzeuge gewonnen, sondern auch in der Niederösterreich Rallye Trophy einen Sieg eingefahren.

Falsch abgebogen? Verwirrung bei Dani Fischer

Für die ungarischen Rallyefans war die Braustadt-Burg Rallye Zwettl wohl etwas verwirrend: Denn zunächst lag der regierende ARC-Champion Dani Fischer in seinem moderneren Subaru Impreza WRX STI auf dem guten zweiten Platz – ihm gelang damit sogar eine SP-Bestzeit. Doch dann verzichtete Fischer auf die Zieldurchfahrt und bog stattdessen in Richtung Servicepark ab um den Wagen aufzuladen.

Fischer hätte keine ARC-Punkte erhalten sondern in der ART Platz zwei hinter Rigler belegt – der sympathische Ungar möchte jedoch so bald wie möglich auf seinen alten Subaru CG8 zurückwechseln, in den moderneren Wagen wechselte er deshalb, weil wichtige Bauteile des CG8 noch nicht eingelangt waren.

Weil Fischer aufgab, rückten gleich zwei ungarische Landsleute auf das Podium: Karoly Kocsomba und Csaba Lajoshazi. Beide pilotierten einen Mitsubishi Lancer Evo VII, beide zeigten sich begeistert von den Sonderprüfungen der Braustadt-Burg Rallye Zwettl.

Mayer fehlten bittere 8/10 auf das Podium

Walter Mayer hat in seinem Peugeot 208 T16 R5 das Podium um winzige acht Zehntelsekunden verpasst und bereute seine vor dem Showdown getroffene Reifenentscheidung: "Ich habe noch überlegt, neue Reifen zu nehmen – das haben wir dann aber doch nicht gemacht und so haben wir es knapp verloren. Unser Speed ist etwas besser als zuletzt, jetzt schauen wir einmal, wie es weitergeht."

Für Kurt Göttlicher war die Rallye wohl ernüchternd, aber auch ganz besonders lehrreich. Die Umstellung vom historischen Ford Sierra Cosworth auf den modernen Citroen DS3 R5 war noch schwerer als erwartet respektive von Teamchef Manfred Stohl prophezeit wurde.

Zudem kämpfte Göttlicher auf der zweiten Nachmittagsprüfung mit einer rutschenden Kupplung und im finalen Durchgang leuchteten auf beiden Prüfungen rote Warnlichter im Cockpit. Göttlicher war sichtlich erleichtert, es ins Ziel geschafft zu haben und erklärte: "Im letzten Durchgang hat alles im Auto rot geleuchtet und Manfred sagte, dass wir, wenn auch nur ein rotes Licht erscheint, wir langsam fahren sollen – also sind wir langsam gefahren, so haben wir pro Sonderprüfung mehr als eine Minute verloren. Aber wir geben Gas, es wird besser – und vor dem Waldviertel Rallyesprint machen wir noch einen Test auf Schotter." Letztendlich musste sich Göttlicher mit Platz acht zufrieden geben.

Steven Schierlinger überzeugte mit dem großartigen fünften Gesamtrang in seiner erst dritten Rallye, Markus Kroneder durfte sich über Gesamtrang sechs freuen.

Christoph Weber feiert den ARC-Sieg

Den Sieg in der Austrian Rallye Challenge (ARC) feierten Christoph Weber und Stefan Langthaler in ihrem VW Golf III KitCar auf Gesamtrang sieben: "Das war wieder ein Erfolg, wir haben ein gutes Jahr. Die Prüfungen waren sehr gut – sie haben bei der Besichtigung ein bisschen schnell ausgesehen, sie waren auch tatsächlich schnell, aber sie waren auch selektiv. Jetzt freuen uns auch wir auf die Schotterprüfungen beim Waldviertel Rallyesprint."

Harald Ruiner konnte mit dem nach M1-Reglement aufgebauten Nissan Z350 Platz neun belegen, Markus Stockinger landete im Mazda 323 GT-R auf Platz zehn.

JARC: Franz siegt nach Lamprecht-Crash

In der Junior Austrian Rallye Challenge sorgte der regierende Champion Marvin Lamprecht nach einem heftigen Abflug auf der zweiten Sonderprüfung für besorgte Gesichter – doch sowohl ihm als auch seiner Copilotin Eva Kollmann ist nichts zugestoßen, der Mitsubishi sah jedoch ziemlich ramponiert aus.

Schade – denn auf SP1 konnte Lamprecht die drittschnellste Zeit markieren, lediglich 2,5 Sekunden hinter dem späteren Sieger Gerald Rigler. Lamprecht hat schon beim Saisonauftakt bei der Schneerosen-Rallye sein großes Potential angezeigt.

So konnte Michael Franz im blau-weißen VW Golf II GTI 16V seinen ersten Sieg in der Junior-ARC bejubeln. Gute Zeiten lieferte auch Riccardo Holzer, der jedoch nach technischen Problemen aufgeben musste.

ARCH: Sieg für Lancia-Pilot Günther Königseder

In der heuer neu eingeführten Austrian Rallye Challenge Historic setzte sich Lancia-Pilot Günther Königseder durch: "Wir haben am Nachmittag nicht mehr viel riskiert – am Vormittag hatten wir mit Intercom-Problemen zu kämpfen."

Technische Probleme hatte auch Roman Mühlberger, der nicht seinen gewohnten schwarz-rosa lackierten Mitsubishi pilotierte. So wurde seine Rallye zu einem Test unter Wettbewerbsbedingungen. Mit der zweitschnellsten Zeit auf SP6 zeigte Mühlberger, dass er ohne Probleme wohl auf dem Podium gelandet wäre.

Zu den Ausfällen gehören auch Gerry Pöschl, Thomas Pyringer oder Gerald Bachler. Auf der schwierigen SP1 gab es zudem rund zehn Reifenschäden zu beklagen – viele Teams wechselten noch auf der Prüfung die Reifen.

Die Austrian Rallye Challenge bleibt im aktiven Modus, denn wie erwähnt steigt in zwei Wochen der Waldviertel Rallyesprint, der auf wunderbaren Schotterprüfungen abgehalten wird.

Ergebnis 3. Braustadt-Burg Rallye Zwettl

1. Gerald Rigler/Martin Rossgatterer (A/A, Ford Fiesta R5 Evo) 51,27,9 Min
2. Karoly Kocsomba/Peter Bardos (H/H, Mitsubishi Lancer Evo VII) +2:04,3
3. Csaba Lajoshazi/Laszlo Laboncz (H/H, Mitsubishi Lancer Evo VII) +2:29,8
4. Walter Mayer/Jürgen Heigl (A/A, Peugeot 208 T16 R5) +2:30,6
5. Steven Schierlinger/Peter Medinger (A/A, Mitsubishi Lancer Evo III) +3:02,9
6. Markus Kroneder/Harald Zehetbauer (A/A, Mitsubishi Lancer Evo V) +3:25,7
7. Christoph Weber/Stefan Langthaler (A/A, VW Golf III KitCar) +3:39,2
8. Kurt Göttlicher/Stefan Lischka (A/A, Citroen DS3 R5) +4:53,0
9. Harald Ruiner/Karin Cerny (A/A, Nissan Z350 M1) +4:56,3
10. Markus Stockinger/Johann Rainer Moser (A/A, Mazda 323 GT-R) +5:46,2

Bestzeiten: SP1: Rigler, SP2: Rigler, SP3: Rigler, SP4: Rigler, SP5: Rigler, SP6: Rigler, SP7: Fischer, SP8: Kocsomba

Sieger ARC: Christoph Weber /Stefan Langthaler (VW Golf III KitCar)
Sieger ART: Gerald Rigler/Martin Rossgatterer (Ford Fiesta R5 Evo)
Sieger JARC: Michael Franz/Markus Franz (VW Golf II GTI 16V)
Sieger ARCH: Günther Königseder/Lukas Holzer (Lancia Delta Integrale 16V)

Alle weiteren Infos gibt’s auf der Homepage der Rallye: www.braustadtrallye.zwettl.at.
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