19.03.2017, 17:08 Uhr

Mini Med beleuchtet das Kreuz mit dem Kreuz

Physiotherapeutin Margit Weidinger von der FH für Gesundheitsberufe und Manfred Prömer, leitender Arzt bei der OÖGKK mit Mini Med-Moderatorin Christine Radmayr (mitte). (Foto: Mini Med)

Wirbelsäulenprobleme sind der häufigste Grund für Arztbesuche und Volkskrankheit Nummer 1 in Österreich. Drei von vier Österreichern leiden irgendwann im Leben unter Kreuzschmerzen, bei bis zu 20 Prozent der Betroffenen chronifiziert der Schmerz.

„Die Brustwirbelsäule ist weniger häufig als die Lenden- und Halswirbelsäule von Beschwerden betroffen“, sagt Primar Manfred Prömer, leitender Facharzt für Physikalische Medizin und ambulante Reha der OÖGKK.
Die Wirbelsäule stützt, stabilisiert und ist beweglich. Bis zum 50sten Lebensjahr stehen Verspannungen, Bandscheibenprobleme und Hexenschuss im Vordergrund, später kommen zum Beispiel auch Abnützungen der Wirbelkörper und –gelenke zu. Bewegungsarmut, Fehlhaltungen und –belastungen lassen das Rückgrat schwächeln. Dadurch wird das System aus Bandscheiben, Bändern, Wirbelkörpern und Wirbelbogengelenken instabil. Um diese Schwäche auszugleichen, spannt sich die Rückenmuskulatur verstärkt an und wird überbeansprucht. Auch psychosoziale Einflussfaktoren wie Stress, schlechtes Arbeitsklima, Angst, Einsamkeit, Depressivität, Sorgen etc. verstärken die Muskelverhärtung. Schmerz kann man dann überall dort haben wo Nerven laufen.

In sechs bis zwölf Wochen schmerzfrei

„80 bis 85 Prozent der Schmerzen sind nicht spezifisch, das heißt, man findet keine eindeutige Ursache, sondern mehrere Auslöser. Sie heilen mit gezielter Schmerztherapie meist in sechs bis zwölf Wochen aus“, sagt Prömer. Schmerzlindernde und muskelentspannende Medikamente, physikalische Therapien wie Physiotherapie, Massagen, Packungen, Elektrobehandlungen, Wärme- oder Kälteanwendungen, aber auch Akupunktur und Osteopathie können helfen.
Rückenschonende Bewegungsökonomie im Alltag sowie moderates Ausdauer- und Krafttraining sind sinnvoll, um die Abnützung des aktiven Stützapparates mit Knochen, Gelenken und Bändern so gering wie möglich zu halten und der Abschwächung und Verkürzung der Muskeln vorzubeugen. Bei älteren Menschen kommt spezielle Sturzprophylaxe dazu.

Den „Sitzalltag“ auflockern

Mit dem ‚Rücken mach mit‘- Programm der OÖGKK und Fachhochschule für Gesundheitsberufe kann jeder seiner Muskulatur und Haltung für Alltag, Beruf und Freizeit Gutes tun kann. „Nach dem Motto ‚Willst du deinen Rücken schützen, musst du deine Muskeln benützen‘ sind in der Fibel Übungen für Bürositzer, für stehende Berufe, Hobbysportler und gegen leichte Schmerzen sowie ein 7-Minuten aktiv Programm für jeden Tag zur Entlastung enthalten“, sagt Physiotherapeutin Margit Weidinger von der Fachhochschule. Zusammen mit zwei Studentinnen der Fachhochschule für Gesundheitsberufe zeigte Weidinger einige Übungen zur Entlastung und Stabilisierung des vom „Sitzalltag“ geplagten Rückens. Mit täglich fünf bis zehn Minuten gezielter Aktivität kann man sich in vielen Fällen das Kreuz mit dem Kreuz ersparen.
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