02.11.2016, 19:30 Uhr

„250.000 Verkehrsstrafen: Kommen nicht mehr nach“

Allgemeine Verkehrskontrolle der Exekutive: vom Führerschein bis hin zum allgemeinen Zustand des Autos. (Foto: Kzenon/panthermedia)

Telefonieren am Steuer bis Geschwindigkeitsüberschreitung: Rekord bei Verkehrsstrafen im Bezirk Linz-Land.

BEZIRK (nikl). „Seit Jahresbeginn hat die Bezirkshauptmannschaft Linz-Land alleine aufgrund von Geschwindigkeitsübertretungen 4,6 Millionen Euro kassiert. Bis zum Ende des Jahres rechnen wir mit einem traurigen Rekord von 250.000 Verkehrsstrafen für den Bezirk“, sagt Theresia Schlöglmann, Leiterin der Abteilung Sicherheit und Verkehr der Bezirkshauptmannschaft Linz-Land.

„Trauriger Rekord“ für Linz-Land

Für Schlöglmann hat dieser rasante Anstieg bis zum „traurigen Rekord“ unter allen Bezirken in Oberösterreich zwei wesentliche Gründe: „Erstens fallen an unseren Autobahnabschnitten heuer die Verkehrsstrafen für ausländische Raser ins Gewicht. Seit vergangenem Jahr könne diesen die Strafe im jeweiligen Heimatland zugestellt werden. Auf der anderen Seite wurde der 'Lufthunderter' auf der Westautobahn (A1) zwischen Linz und Enns verschärft. Das Tempolimit wird häufiger aktiviert. Grund für die Verschärfung ist eine EU-Richtlinie über Luftqualität. Wir kommen fast nicht mehr nach mit dem Strafen.“

Augen auf im Straßenverkehr

Die Sicherheitsreferentin sieht für die Strafenproblematik nur eine Lösung: „Augen auf im Straßenverkehr. Wir als Behörde sind nicht glücklich, so viele Verkehrsstrafen auszustellen. Die Strafgelder geben wir zu zwei Drittel an die Straßenerhalter – Autobahn an die Asfinag, Landesstraßen an das Land – und zu einem Drittel an die Polizei weiter. Jeder Autofahrer kennt den Vertrauensgrundsatz nach § 3 StVO im Straßenverkehr. Somit lassen sich die Verkehrsstrafen vermeiden.“

Mehr Verkehr bedeutet mehr Kontrollen

Die schwerpunktmäßige Kontrolle der Exekutive auf den Straßen im Bezirk hat für Johann Dieplinger, Verkehrsreferent des Bezirkspolizeikommandos Linz-Land, noch einen weiteren Grund: „Ganz einfach gesagt: die steigende Verkehrsdichte. Die Polizei muss eine bestimmte Quote an Kontrollen durchführen. Je mehr Verkehr auf den Straßen in Linz-Land rollt, desto mehr Kontrollen werden durchgeführt.“

Raser im Visier

„Seitens der Exekutive werden die Straßenabschnitte auf der B1 und B139 schwerpunktmäßig überwacht. Zusätzlich patrouillieren Zivilfahrzeuge der Verkehrsabteilung des Landes Oberösterreich hier“, sagt Dieplinger. Was passiert mit den ertappten Temposündern? „Eklatante Geschwindigkeitsübertretungen werden an Ort und Stelle mit Führerscheinentzug geahndet. Leider kommt es, speziell an den Wochenenden, zu einer bis zwei Führerscheinabnahmen am Tag."
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