01.02.2018, 11:48 Uhr

Kein Baugrund für "Cooheim"

Ferdinand Kaineder von Cooheim. (Foto: www.kaineder.at)

Gemeinderat stimmte Flächenumwidmung für Wohnprojekt nicht zu

OTTENSHEIM. Im Herbst 2015 wurde der Verein "Cooheim – Gemeinschaftliches Wohnen in Ottensheim" geschaffen – mit dem Vorhaben 25 Cohousing-Wohneinheiten auf einem knapp 5.000 Quadratmeter großen Grundstück zu schaffen. Für dieses Projekt würde das Stift Wilhering in Ottensheim eine Fläche gegen ein erworbenes Baurecht zur Verfügung stellen, welche jedoch von der Marktgemeinde als Bauland umgewidmet werden müsste. Aufgrund des örtlichen Entwicklungskonzepts von 2013, das vom Land OÖ abgesegnet wurde, ist derzeit jedoch keine Umwidmung möglich. "Bis 2023 dürfen die Hauptwohnsitze in Ottensheim maximal zehn Prozent zulegen," so Gemeindevorstand Franz Bauer von der SPÖ Ottensheim. Diese Grenze sei laut Prognose, wenn man die aktuell vorhandenen Baugründe und laufenden Bauprojekte einrechnet, bereits 2019 erreicht.

Nicht gegen das Projekt

SPÖ, ÖVP und FPÖ haben deswegen bei der letzten Gemeinderatssitzung gegen das Flächenumwidmungsansuchen des Stifts Wilhering gestimmt. Ferdinand Kaineder von Cooheim vermutet dahinter jedoch nur einen vorgeschobenen Grund, da das Cohousing-Projekt zu Diskussionen in der Ottensheimer Bevölkerung geführt habe. Ex-Bürgermeisterin Uli Böker (proO) zeigt sich verärgert: "Schade, um die zukunftsträchtige Entwicklung in Ottensheim!" Bauer betont, dass man im Gemeinderat nicht grundsätzlich gegen das Projekt abgestimmt hat, sondern nur über die Flächenwidmung. Unter den gegebenen Kriterien sei eine Umsetzung auf dem Grundstück des Stiftes nicht möglich. Dafür bräuchte es entweder eine grundsätzliche Änderung des Ortsentwicklungskonzeptes oder eine Ausnahmeregelung. Laut Kaineder sei über Ausnahmen bereits mit dem früheren Ortsplaner diskutiert worden. "Für unser Projekt heißt das, trotz aller Barrieren, weitermachen und eventuell einen anderen Ort suchen", so Kaineder.

Projekt Cohousing

Cohousing verbindet eine geschützte Privatsphäre mit einer tragfähigen Gemeinschaft, indem die Wohneinheiten der Familien, Paare oder Einzelpersonen durch Gemeinschaftsräume und gemeinsam genutzte Freiflächen ergänzt werden. In den Gemeinschaftsräumen wird eine Infrastruktur mit Küche, Essbereich, Hauswirtschaft, Kinderbetreuung und Werkstätten geschaffen. Cohousing ist ein leistbares Nutzungsmodell für eine Gruppe von Personen. Jedem einzelnen gehört nicht nur eine Wohnung, sondern ein Teil vom Ganzen.
Das Wohnmodell ist generationsübergreifend, das heißt von jeder Generation ist ein gewisser Anteil beteiligt. Die Kinder der Jungfamilien kommen mit allen Bewohnern in Kontakt. Alleinerziehende profitieren vom Netzwerk, Singles können sich aktiv in der Nachbarschaft einbringen. Senioren finden Gemeinschaft.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.