04.05.2018, 08:34 Uhr

"Künstliche Intelligenz-Kooperation" von Linzer Kepler-Uni und Imperial College London

Marc Streit, Meinhard Lukas, Thomas Stelzer und Michael Strugl im Data Center des Imperial College London. (Foto: Land OÖ/Stinglmayr)
OÖ/LONDON. Künstliche Intelligenz ist mittlerweile doch schon ziemlich schlau. Ein Programm spielt das asiatische Brettspiel Go besser als jeder Großmeister, die Schachcomputer nehmen sich Kasparov zum Frühstück vor und der neue Nissan Leaf kurvt (fast) selbstständig durch die Straßen Londons. Das Problem mit künstlicher Intelligenz ist allerdings, dass eine Entscheidung einfach getroffen wird – ohne diese begründen zu können. Genau da will die neue Kooperation zwischen der Linzer Johannes Kepler Universität (JKU) und dem Londoner Imperial College ansetzen. Am 3. Mai wurde in London eine Kooperationsvereinbarung zwischen den beiden Universitäten unterzeichnet.

Konkret geht es um eine Zusammenarbeit des Instituts für Computergrafik der JKU und des Department of Computing des Imperial College, die sich dem zuvor skizzierten Problem widmet: Warum trifft eine künstliche Intelligenz eine Entscheidung so – und nicht anders. Man fokussiert bei dem akademischen Austausch auf die Bildgebung bei medizinischen Anwendungen und in der Biologie. "Die Kooperation soll sich auf künstliche Intelligenz und Visualisierung konzentrieren", sagt der Linzer Professor für Computer-Grafik, Marc Streit. Man wolle es schaffen, eines Tages zu einer "interpretierbaren künstlichen Intelligenz" zu kommen. Streit hatte die Kooperation federführend eingefädelt, da er neben seiner Tätigkeit an der JKU auch am Imperial College lehrt.

"Die künstliche Intelligenz ist ein Stärkefeld der Johannes Kepler-Universität. Es spricht auch für die Universität, dass ein so international renommiertes Institut, wie das Londoner Imperial College, bereit ist zu kooperieren. Wir erwarten uns von dieser Partnerschaft, dass Oberösterreich wieder einen großen Schritt nach vorne macht", sagt Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP). Diesen Schritt nach vorne erwartet auch Landeshauptmann-Stv. und Forschungslandesrat Michael Strugl (ÖVP): "Denn das Feld der künstlichen Intelligenz hat zunehmende Bedeutung für alle Bereiche der Gesellschaft".

Rektor Lukas: "Wollen in Europa-League vorne mitspielen"

Ebenso erwartungsvoll blickt JKU-Rektor Meinhard Lukas auf die Kooperation: "Das ist eine Vereinbarung mit einer Universität, die in der Champions League spielt. Sie zählt zu den zehn besten weltweit. Es geht dabei um einen ganz wesentlichen Bereich – die Bildgebung. Die Idee ist, große Datenmengen, die die künstliche Intelligenz ausarbeitet, darstellbar zu machen. Und bei dieser grafischen Darstellung ist Professor Streit ein absoluter Experte", sagt Lukas.
Laut Lukas will die JKU in Zukunft überhaupt einen Schwerpunkt auf künstliche Intelligenz legen. Binnen eines Jahres soll ein eigenes, einschlägiges Studium in Linz angeboten werden. Denn man habe sich vorgenommen – weil die Champions League derzeit noch unerreichbar ist – , in einigen Jahren zumindest in der universitären Europa-League vorne mitzuspielen. "Aber da müssen wir noch ordentlich Gas geben", sagt Lukas.

Bruckner Orchester gastierte in London

Bereits in der Champions League spielt das Bruckner Orchester. Im Rahmen einer Konzerttour durch Großbritannien gastierte der oberösterreichische Klangkörper am 3. Mai in der Londoner Cardogan Hall. Vor fast ausverkauftem Haus dirigierte Markus Poschner die zweite Sinfonie des Komponisten Gustav Mahler.
"Diese Gala-Vorstellung ist mehr als guter Türöffner und eine Top-Visitenkarte für Oberösterreich. Es bringt viel für Oberösterreich, wenn man auf diesem Top-Niveau mitspielen kann. Damit werden wir als Region Oberösterreich, bei solchen Konzerten in internationalen Metropolen, immer mit repräsentiert", so Landeshauptmann Stelzer nach der Vorstellung.

Alle Fotos: Land OÖ/Stinglmayr


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