09.05.2018, 13:56 Uhr

Neuerlich Runder Tisch zum Thema Wolf

Symbolfoto (Foto: imagepower/panthermedia)

Nach wiederholten Wolfssichtungen in Liebenau und Umgebung trafen sich Vertreter verschiedener Organisationen und des Landes OÖ zu einem runden Tisch am Ort des Geschehens.

OÖ, LIEBENAU. Am Dienstag fand auf Initiative von Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger der zweite Runde Tisch zur Problematik Wolf in Liebenau statt. Liebenau wurde gewählt, um auch die Sicht der betroffenen Bevölkerung aus erster Hand einzuholen. So schilderten Einheimische am Vormittag, dass sie sich aufgrund der Wolfsichtungen in ihrer persönlichen Freiheit eingeschränkt fühlen und auch zunehmend ihre Kinder nicht mehr alleine nach draußen schicken.

Sicherheit der Bevölkerung hat oberste Priorität

Die Information über die praktische Abwicklung des Managementplans sowie Erfahrungen der Nachbarländer standen beim Runden Tisch zur Diskussion. Es wurde klargestellt, dass der Sicherheit der Bevölkerung oberste Priorität einzuräumen ist und die bereits in Umsetzung befindlichen Maßnahmen im Falle einer Bedrohung unmittelbar ausgerollt werden müssen. Neben dem Wolfsbeauftragten Georg Rauer wurden Vertreter der Landwirtschaftskammer Oberösterreich, des Oö. Almvereins, des Oö. Landesjagdverbands, des WWF, des Naturschutzbundes Oberösterreich, sowie Vertreter der Abteilungen Naturschutz und der Abteilung Land- und Forstwirtschaft des Landes Oberösterreich eingebunden.

Hiegelsberger: „Auffällige Wölfe müssen entnommen werden!“

Landesrat Hiegelsberger gab einen Überblick über die grenzübergreifenden Abstimmungen – denn der Wolf sei kein oberösterreichisches und auch kein rein österreichisches Thema, sondern ein mitteleuropäisches. „Es gilt, die aktive Bestandsreduktion offen zu diskutieren. Auffällige Wölfe müssen entnommen werden“, so Landesrat Hiegelsberger. Die Planung von Maßnahmen erfolgt durch den Wolfsbeauftragten in Abstimmung mit dem Oö. Landesjagdverband und der Landesregierung als koordinierende und für die Erteilung von Ausnahmebewilligungen zuständige Behörde.

Folgende Ergebnisse wurden in der gemeinsamen Arbeitssitzung erzielt:

  1. Ausarbeitung eines Zweistufen-Plans zur Vergrämung und erforderlichenfalls Entnahme von auffälligen Exemplaren;
  2. Die Sicherheit von Menschen hat oberste Priorität: Eine Entnahme ist ohne Bewilligung oder behördliche Anordnung durch jedermann im Fall von Notsituationen (direkter oder unmittelbar drohender Angriff eines Wolfes auf Menschen) zulässig.
  3. Einrichtung regionaler Wolfsbeauftragter: Geeignete Personen werden durch die Abteilung Land- und Forstwirtschaft und die Landwirtschaftskammer Oberösterreich nominiert und durch ein von Dr. Rauer erstelltes Ausbildungskonzept geschult. Ziel ist es, einen Ansprechpartner für die Beratung der Bevölkerung, vor allem auch in Hinblick auf die Vermeidung von Futterquellen für Wölfe, in den Regionen zu installieren.

„Der Wolf ist im gesamten Alpenraum und darüber hinaus ein brandaktuelles und hochemotionales Thema. Es geht um die Sicherheit der Bevölkerung, die Sicherheit unserer landwirtschaftlichen Nutztiere, die Erhaltung der Alpung und den gesamten Tourismus im Alpenraum. Diese Sicherheit muss in unserem Oberösterreich jederzeit gewährleistet sein. Besonders in den sensiblen Gebieten muss die Bewirtschaftung aufrechterhalten werden, um die Verwaldung und Entsiedelung dieser Gebiete hintanzuhalten“, so Hiegelsberger abschließend.

Was tun bei Wolfssichtungen?

Bei Sichtung eines vermeintlichen Wolfes gibt es mehrere Stellen an die sich gewandt werden kann: 

  • Bei der Landwirtschaftskammer OÖ ist der Wildschadenbeauftragte Wolf-Dietrich Schlemper zuständig für Wolfssichtungen und etwaige Schäden bzw. Risse – zu erreichen unter 050 / 6902 - 1436

  • Beim Landesjagdverband können Sichtungen direkt beim Geschäftsführer Christopher Böck, er ist Jäger und Wildbiologe, gemeldet werden: 07224 / 20083 - 16

  • Das Land OÖ stellt Helmut Mülleder von der Abteilung Land- und Forstwirtschaft als Ansprechpartner in Sachen Wolf. Telefonisch zu erreichen unter: 0732 / 7720 / 11800

Weiters besteht immer die Möglichkeit, sich an die örtliche Jägerschaft zu wenden.

Da immer wieder Füchse und Hunde, seltener auch Goldschakale mit Wölfen verwechselt werden, solle man – falls möglich – Fotos von gesichteten Tieren machen um den Experten die Einschätzung zu erleichtern, empfiehlt Christopher Böck, Gechäftsführer des OÖ Landesjagdverbandes.
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