14.07.2016, 12:47 Uhr

50 chinesische Bürgermeister kommen nach Oberösterreich

Treffen in der BMW-Welt in München zu Beginn der Konferenz: Josef Pühringer mit der Bayerischen Staatssekretärin Beate Merk im BMW i8 Spyder, der erst nächstes Jahr auf den Markt kommen wird. (Foto: Land OÖ)

Treffen der sieben "Powerregionen" in Bayern. Kooperationen im Wirtschafts-, Verwaltungs-, Wissenschafts- und Kulturbereich vereinbart.

OÖ/BAYERN. Die Residenz im Zentrum von München: Marmor-Statuen, Wandteppiche, imperialer Glanz und derzeit der Treffpunkt von sieben der wirtschaftsstärksten Regionen der Welt. Bayern, Georgia, Québec, Shandong, Sao Paulo, Oberösterreich und Westkap vertiefen am 14. und 15. Juli beim achten Treffen der sogenannten "Powerregionen" ihre Kooperationen. "Diese Partnerschaften sind kein Tourismusprogramm mit guter Kulinarik", stellt Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer gleich zu Beginn der Konferenz fest. Vielmehr seien bilaterale Gespräche zwischen den sieben Partnerregionen der Kern der Konferenz.

Duale Ausbildung und HTL-Kooperation

Besonderes Interesse gibt es etwa am dualen Ausbildungssystem, das in Österreich Schule und Lehre bündelt. Außer in Bayern gibt es das in keiner der anderen Regionen. "Dieses ungebrochene Interesse an der dualen Ausbildung sollte uns stolz machen", sagt Landeshauptmann-Stellvertreter Thomas Stelzer. Die Premierministerin der Region Westkap in Südafrika, Helen Zille, besuchte als Vorbereitung auf die Konferenz die Lehrwerkstätte der voestalpine in Linz. Dort, im südlichsten Land Afrikas, wolle man das österreichische Lehrlingsmodell unbedingt übernehmen, heißt es von Seiten der oberösterreichischen Delegation. Laut LH-Stv. Thomas Stelzer werden deshalb auch Austauschprojekte mit Berufsschullehrern und -schülern geplant. Außerdem habe das HTL-System in der Runde der "Powerregionen" großes Interesse geweckt. Laut Stelzer würden auch heimische Firmen, die in den jeweiligen Exportmärkten eine Niederlassung haben, von der Einführung eines dualen Ausbildungssystems profitieren.

Chinesische Ortschefs in OÖ

Für Herbst 2016 hat sich eine chinesische Delegation aus Shangdong in Oberösterreich angekündigt. Doch diese soll aber keineswegs (nur) Fotos vom weltbekannten Hallstatt machen. Vielmehr sollen die 50 Bürgermeister aus dem Reich der Mitte die oberösterreichische Verwaltung studieren – und Anregungen mit nach Hause nehmen. Wobei die Größenverhältnisse zwischen OÖ und Shangdong doch recht beeindruckend sind. Die chinesische Powerregion zählt knapp 100 Millionen Einwohner und des Brutoregionalprodukt beträgt in etwa 900 Milliarden Euro. "Alles was sie sehen wollen, werden wir ihnen zeigen", sagt Landeshauptmann Pühringer.

Doch das Thema Hallstatt darf beim Besuch einer chinesischen Delegation freilich nicht gänzlich unerwähnt bleiben. Schließlich ist China – genauso wie Südkorea – ein Zukunftsmarkt für oberösterreichische Touristiker. "Unser Ziel ist es, dass die chinesischen Gäste nicht nur Fotos in Hallstatt machen, sondern auch in Oberösterreich bleiben und Wertschöpfung erzeugen", sagt Wirtschaftslandesrat Michael Strugl.

Die sieben Powerregionen:

Bayern (Deutschland): Einwohner 12 Millionen, BIP: 488 Milliarden Euro
Georgia (USA): Einwohner 10 Millionen, BIP: 495 Milliarden USD
Sao Paulo (Brasilien): Einwohner 44 Millionen, BIP: 750 Milliarden USD
Shandong (China): Einwohner 98 Millionen, BIP: 900 Milliarden Euro
Québec (Kanada): Einwohner 8,2 Millionen, BIP: 53 Milliarden Euro
Westkap (Südafrika): Einwohner 6,2 Millionen, BIP: 263 Milliarden Euro
Oberösterreich (Österreich): Einwohner 1,4 Millionen, BIP: 56 Milliarden Euro

Weitere Beiträge zum Treffen der Powerregionen in Bayern:

• "Wenn ein System gut funktioniert, ist Widerstand immer größer"
• "Jugendliche aus allen Ecken der Welt"
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