10.04.2017, 11:51 Uhr

Hypo-Investmentgespräche widmeten sich dem Brexit

Andreas Mitterlehner, Christian Kesberg, Werner Pamminger und Felix Hermann. (Foto: Hypo)
OÖ. Der bevorstehende Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union stand am Donnerstagabend im Mittelpunkt der Investment Gespräche der HYPO Oberösterreich. Das hochkarätige Podium – Christian Kesberg, österreichischer Wirtschaftsdelegierter in London, Werner Pamminger, Geschäftsführer der Business Upper Austria und Felix Herrmann von BlackRock Investment Management – diskutierte rund um dieses spannende Wirtschafts- und Gesellschaftsthema. HYPO-Generaldirektor Andreas Mitterlehner konnte rund 300 Gäste im Linzer Redoutensaal begrüßen.

Der Brexit sei das Symptom einer Gesellschaftskrise, so Christian Kesberg. Eine Mischung aus Populismus, Nationalismus und Isolationismus habe zu dieser Entscheidung geführt. Wirtschaftlich werde der Brexit sicherlich spürbar werden. Allerdings mehr für die britische Wirtschaft, als für die heimischen Exporteure. Denn die österreichischen Unternehmen seien hervorragende Nischenspieler und daher nicht einfach zu ersetzen, so der Wirtschaftsdelegierte. Einen mittlerweile schon mehrfach ins Spiel gebrachten „Exit vom Brexit“ halte er allerdings für höchst unwahrscheinlich, so Kesberg.

Chancen für den oberösterreichischen Wirtschaftsstandort sieht Werner Pamminger von der Businnes Upper Austria. Oberösterreich werde zwar keine Konzernzentralen ins Land holen können, aber Verlagerungen von Produktionsstandorten seien durchaus realistisch. Daher gehe man ganz gezielt Unternehmen an, die sowohl in Oberösterreich als auch in Großbritannien Standorte haben. Einen der größten Standortvorteile Oberösterreichs sieht er in der hervorragenden Ausbildung der Fachkräfte.

Der Brexit habe sich auf die Finanzmärkte kaum ausgewirkt und das werde vermutlich auch so bleiben, betonte der Investmentstratege Felix Herrmann. Denn die weltweite ökonomische „Musik“ spiele derzeit nicht in Großbritannien, auch nicht in der Europäischen Union, sondern vor allem in den Schwellenländern. Die weltweiten konjunkturellen Wachstumsprognosen seien für 2017 sogar angehoben worden und diese Entwicklung werde sich auch 2018 fortsetzen, sieht Herrmann durchaus positive globale Wirtschaftsaussichten.
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