11.01.2018, 09:00 Uhr

Diabetes: Auf das Geschlecht kommt es an

(Foto: Foto: Fotolia/ RFBSIP)

In einigen Erkrankungsfaktoren unterscheiden sich Frauen von Männern deutlich.

Von der Stoffwechselerkrankung Diabetes sind genauso viele Frauen wie Männer betroffen. Aber es gibt Verschiedenheiten hinsichtlich der Lebensumstände, dem Erkrankungsalter, der krankheitsbegünstigenden Faktoren wie Hormonhaushalt und Schwangerschaft, und auch der möglichen Folgen von diabetischen Erkrankungen. „Generell kann gesagt werden, dass Östrogen eine Schutzfunktion hat. Männer bekommen einen Diabetes durchschnittlich schon in jüngeren Jahren und mit weniger Übergewicht als Frauen. Erst durch die Änderungen des Hormonhaushalts in der Menopause gleichen sich Frauen in ihrem Stoffwechsel mehr den Männern an“, erklärt Dr.in Alexandra Kautzky-Willer von der MedUni Wien. Bei vielen Frauen tritt die Stoffwechselerkrankung daher erst nach dem Wechsel auf. Allerdings nimmt auch die Zahl jener jüngeren Frauen zu, deren Typ-2-Diabetes in einer Schwangerschaft zufällig entdeckt wird.

Körperfett „schützt“ Frauen

Auch die unterschiedliche Körperfettverteilung bei Frau und Mann bestimmt das Risiko an Diabetes zu erkranken. „Männer haben ein eher höheres Risiko, weil sie mehr Bauch- und mehr Leberfett haben und eine niedrigere Insulinempfindlichkeit aufweisen, auch wenn sie nicht übergewichtig sind. Hingegen zeigt sich bei Frauen sogar ein Schutzeffekt, weil das Fett an den Oberschenkeln genetisch und östrogenbedingt dominiert“, so Kautzky-Willer. Die erwähnte Insulinempfindlichkeit gibt an, wie stark die Körperzellen auf das Hormon Insulin reagieren. Bei Typ-2-Diabetes ist sie meist herabgesetzt.

Diabetes als Risikofaktor

Die Stoffwechselerkrankung erhöht auch das Risiko für andere Erkrankungen. Frauen sind im Vergleich zu Männern durchschnittlich insulinempfindlicher, jedoch haben Frauen mit Diabetes ein höheres Risiko für unter anderem Herz-Kreislauf- und Nieren-Erkrankungen. Weitere Unterschiede sind, dass Frauen mit Diabetes zwar mehr auf ihre Ernährung achten, aber weniger Bewegung machen, und dass sie häufig unter Depressionen leiden.
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