27.01.2017, 15:26 Uhr

Marco Pogo: "Architektonisch ist Simmering kein Florenz"

Die hohe Beisldichte ist einer der Vorzüge, die Turbobier-Sänger Marco Pogo besonders an Simmering schätzt. (Foto: Arnold Burghardt)

Marco Pogo, Sänger der Amadeus-Award-Gewinner Turbobier, erzählt im Interview, warum Simmering sein Heimathafen ist und was man dort so alles erleben kann.

SIMMERING. Aktuell haben die Simmeringer Austropunks Turbobier ihr zweites Album "Das Neue Festament" am Start. Ein guter Anlass, um mit Sänger Marco Pogo durch seinen Heimatbezirk Simmering zu spazieren.

Im Song "Mitzi" kommt Simmering sehr prominent vor. Welchen Stellenwert der Bezirk für euch?
MARCO POGO: Was soll ich da schon sagen? Simmering ist eindeutig der schönste Ort der Welt. Simmering war und ist unser Heimathafen. Damit möchte ich aber keineswegs Heimatgefühle im Sinne des ausgelutschten Heimatbegriffs heraufbeschwören – das soll der Gabalier machen. Es ist eine Art Lokalpatriotismus und wer schon einmal in Simmering war, der weiß, was einen hier erwartet. Völlig egal, wo wir ein Konzert spielen, wir werden nicht müde zu betonen, wie leiwand Simmering ist.

Dann macht ihr schon fast ein bisschen Werbung für Simmering-Tourismus?
Ich kann mir durchaus vorstellen, dass Fans, die nach Wien kommen, wegen uns einen Ausflug nach Simmering machen.



Welche Sehenswüridgkeiten kannst du Touristen in Simmering empfehlen?
Prinzipiell kann ich eher Lokale empfehlen. Architektonisch muss man die Kirche im Dorf lassen: Simmering ist kein Florenz. In der Nähe der Zippererstraße etwa gibt es das wunderschöne Cafe Zipp, das immer für eine Poscherei gut ist. Beim Nachhausegehen kann man hier durchaus einen Einkehrschwung vornehmen.

Was kannst du noch empfehlen?
Ich gehe gern ins Solarium, das "Mallorca des kleinen Mannes". Nicht jeder verfügt hier über die finanziellen Mittel, auf Urlaub zu fahren – wir sind ja nicht in Döbling. Vom Vitamin D her achtet der Simmeringer aber darauf, sich regelmäßig eine Runde im "Soli" zu gönnen.

Wo verbringst du persönlich deine Tage am liebsten?
Der beste Ort zum Nichtstun ist das Ekazent. Es ist Nabel, Dreh- und mitunter Brennpunkt des Bezirks und empfiehlt sich für einen kleinen Spaziergang. Das "Bier & Bier" ist ein super Ort zum Abhängen. Eigentlich bin ich fast jeden Tag im Zentrum Simmering anzutreffen.

Marco Pogo von Turbobier
Turbobier-Sänger Marco Pogo in seinem natürlichen Lebensraum: dem Zentrum Simmering. (Foto: Arnold Burghardt)

Wie schreibt ihr eure Songs?
Meistens mache ich mir ein Hüserl auf, schnappe die Gitarre und klimpere wild drauf los. Erst im Proberaum kommt dann der Strom dazu. Ein Standard-Rezept gibt es eh nicht, außer dass alles einen Refrain und eine Strophe braucht.

"Das Neue Festament" ist – wie der Titel schon sagt – ein sehr festliches Album. Ihr geht darauf mit einem Song auf die schöne österreichische Tradition der Feuerwehrfeste ein. Warum?
Feuerwehrfeste sind in Österreich eine langgehegte Tradition, die sich vom Wald- übers Wein- bis ins Industrie- oder egal was für ein Viertel zieht, und damit einen gesellschaftlichen Anker darstellt. Diesen Umstand wollten wir mit diesem Song ins Rampenlicht holen.

Kannst du dich an deinen letzten Besuch eines Feuerwehrfestes erinnern?
Nein, aber das liegt in der Natur der Sache!

Wie lang hat die Arbeit am neuen Album gedauert?
Man möchte ja meinen, dass bei so einer enormen Hit-Dichte Jahre der Vorbereitung notwendig sind, so lange haben wir aber gar nicht gebraucht.

In einer Kritik war ein Vergleich von Turbobier mit der EAV zu lesen. Ist der Vergleich angebracht?
Das möchte ich nicht einmal aussprechen, dazu ist mein Respekt vor dem Schaffen der EAV zu groß. Aber es freut einen natürlich, so etwas zu hören.


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