02.10.2017, 00:00 Uhr

Hyundai Ioniq Plug-in Hybrid: Teilzeitstromer mit passabler Reichweite

Der Hyundai Ioniq Plug in-Hybrid fährt rein elektrisch knapp 50 Kilometer weit. Der Benzinverbrauch ist niedrig und preislich startet der Koreaner bei 29.490 Euro.

ÖSTERREICH. Will man derzeit ein Elektroauto kaufen, gibt es zwei Möglichkeiten: Ein Tesla mit (ziemlich) hoher Reichweite oder ein Renault bzw. ein Hyundai mit eher mittelguter Reichweite. Der Renault Zoe und der Hyundai Ioniq Elektro schaffen beide in der Praxis so zirka 230 bis 250 Kilometer. Das ist beachtlich, und deckt wahrscheinlich für den „normalen“ Autofahrer einen Großteil der täglichen Wege ab. Aber für weitere Fahrten ist die Reichweite doch zu gering und das Laden mühsam. Also, Tesla? Tja, die Reichweite passt, aber der Startpreis von etwa 70.000 Euro ist für Otto-Normalverbraucher unerschwinglich.
Also, was tun?

Eine interessante Zwischenlösung im Übergang vom Verbrennungs- zum Elektromotor ist der Hyundai Ioniq Plug in-Hybrid. Im Bruder des reinen Elektro-Ioniq werkelt ein 104,9 PS starker 1,6 Liter Vierzylinder Benzinmotor gemeinsam mit einem 60,52 PS starken Elektromotor. Kombinierte Systemleistung: 141 PS. Und, was soll man sagen: Dieses Konzept funktioniert ziemlich gut! Der Radstand von 2,7 Metern macht den Teilzeit-Stromer zu einem angenehmen Zeitgenossen bei längeren Autobahnfahrten, die Armaturen sind selbsterklärend und übersichtlich, und das Platzangebot vorne, hinten und im Kofferraumvolumen (341 Liter) ist recht ok. Fünf Sterne holte der Ioniq zudem beim NCAP-Crahstest. Einziges Manko ist die Geräuschdämmung – speziell bei Autobahnfahrten im Benzinbetrieb ist der Ioniq noch zu laut. Da haben die Ingenieure jedenfalls noch Luft nach oben.

Elektro-Reichweite gut, Verbrauch niedrig

Rein elektrisch soll der Plug-In Hybrid laut Hyundai 63 Kilometer weit fahren. Im Testbetrieb kamen wir mit einer vollen Batterieladung auf knapp 48 Kilometer – sparsame Fahrweise, 80 Prozent Autobahnstrecke. Während der Fahrt lädt der Hyundai beim Bremsen die Batterie ein Kleinwenig wieder auf. Doch wer die Batterie des Teilzeit-Stromers mit 6-Gang-Doppekupplungsgetriebe wirklich vollladen möchte, muss anstecken. An einer so genannten Wallbox (beschleunigtes Laden mit Typ2-Stecker) soll der Akku laut Hyundai nach 23 Minuten wieder zu 80 Prozent voll sein. An der Haushaltsteckdose braucht man für eine komplette Ladung mehr als zwei Stunden. Den Benzinverbrauch des Hybriden gibt Hyundai mit 1,1 Litern an. Das konnten wir im Test zwar nicht bestätigen, aber in 14 Tagen haben wir die Batterie des Ioniq nur zwei Mal vollgeladen. Ansonsten waren wir mit dem Benzinmotor unterwegs. Verbrauch: 2,8 Liter. Hängt man Koreaner aber täglich zu Hause an die Steckdose, sinkt der Verbrauch sicher noch weiter.

Ansonsten: In der Basisausstattungslinie Premium fährt der Hyundai Ioniq Plug-In Hybrid mit 15 Zoll Leichtmetallfelgen, LED-Tagfahrlicht, autonomen Notbremsassistenten mit Fußgängererkennung, zwei verschiedenen Drive-Modis (Eco und Sport), Spurhalteassistent, Abstandstempomat sowie 2-Zonen-Klimanalage, Rückfahrkamera und 4,2 Zoll Bildschirm vor. Das große Asset des Koreaners ist jedoch der moderate Preis: Der Plug-In Hybrid startet bei 29.490 Euro, fünf Jahre Garantie Autogarantie und acht Jahre/200.000 Kilometer Garantie auf die Batterie. Zudem gibt es noch eine E-Förderung – für Privat- und Gewerbekunden – in der Höhe von 1650 Euro (brutto) obendrauf.

Fotos: Hyundai
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