21.11.2016, 13:31 Uhr

Bis 2030 gehen drei Viertel der Hausärzte in Pension

Rabmer-Koller und Helmut Mödlhammer: "Dem Hausarztmangel vorbeugen." (Foto: Österreichischer Gemeindebund)

In einer Befragung im Auftrag des Hauptverbands der Sozialversicherungsträger wurden die Bedürfnisse der heimischen Gemeinden bei der medizinischen Versorgung erhoben. „Rund 1.500 Kommunen haben sich daran beteiligt“, sagt Hauptverband-Chefin Ulrike Rabmer-Koller. Die Befragung wurde online über das Intranet-Portal www.kommunalnet.at durchgeführt.

ÖSTERREICH. Grundsätzlich ist die Zufriedenheit mit dem österreichischen Gesundheitssystem hoch. 87,4 Prozent der Gemeindevertreter glauben, dass die Bevölkerung „sehr zufrieden“ oder „eher zufrieden“ mit der medizinischen Versorgung ist.

Zufriedenheit sinkt, je kleiner die Gemeinde

„Auffällig dabei ist allerdings, dass die Zufriedenheit sinkt, je kleiner die Gemeinde ist“, so Helmut Mödlhammer, Präsident des Gemeindebundes. „Im Großen und Ganzen kann man deutlich feststellen, dass die Bürgermeister der Meinung sind, dass das Gesundheitswesen funktioniert. Allerdings, gibt es Verbesserungsbedarf.“

Gemeinden befürchten Mangel an Hausärzten

Die große Angst lautet Ärztemangel. Selbst dort, wo derzeit ein Hausarzt vorhanden ist, sehen rund 55 Prozent der Gemeinden große Herausforderungen. Mödlhammer. „Es häufen sich die Fälle, in denen offene Kassenstellen mehrfach ausgeschrieben werden müssen und sich oftmals kein einziger Bewerber dafür findet. Für die Gemeinden ist das eine schwierige Situation, die rasch und langfristig gelöst werden muss.“

Großteil der Ärzte kommt ins Pensionsalter

"2015 praktizierten laut laut Statistik Austria 44.000 Ärzte, davon 14.275 Allgemeinmediziner. Doch diese Situation wird sich stark verändern, denn ein Großteil der Ärzte kommt ins Pensionsalter. Bis 2020 werden knapp ein Drittel, bis 2030 drei Viertel der Allgemeinmediziner 65 oder älter sein“, so Rabmer-Koller.

Ausbau der Primärversorgung um 200 Millionen Euro

Es gebe einen großen Bedarf an „Nachfolgern“. Für den Ausbau der Primärversorgung seien mit dem Finanzausgleich rund 200 Mio. Euro vorgesehen. „Damit sollte es gelingen, in diesem Bereich relevante Fortschritte zu machen“, sagt Rabmer-Koller.

Mödlhammer ergänzt: "Hausärzte sind das Rückgrat der Versorgung. 80 Prozent aller Gesundheitsprobleme können vom Hausarzt behandelt werden, diese Form der Versorgung ist auch ausdrücklicher Wunsch der Menschen.“

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Sonja Malli aus Wienerwald/Neulengbach | 22.11.2016 | 20:07   Melden
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