12.01.2018, 00:30 Uhr

KOMMENTAR: Die Atomkraft und das (un-)reine Gewissen

In Spitzenzeiten wird auch in Österreich Atomstrom importiert. (Foto: MEV)

So ganz ein reines Gewissen dürften die Tschechen mit ihrer Atompolitik nicht haben. Geht man nämlich im Internet auf die Seite des staatlichen Energiekonzerns CEZ, glaubt man bei einem super ökologischen Stromunternehmen gelandet zu sein. Da ist viel von Wind- und Wasserkraft zu lesen, ehe so nebenbei der Hinweis kommt, dass man auch die Atomkraftwerke Temelin und Dukovany betreibt.

Bei uns ist man eigentlich gegen alles

Wir Österreicher sollten aber auch nicht die Ober-Moralapostel spielen. In Spitzenzeiten importieren wir nämlich Atomstrom. Etwa bei einer Hitzewelle, wenn wir unsere ganzen Kühlgeräte auf Hochtouren laufen lassen.

Ich möchte nicht wissen, was da los wäre, wenn unsere Energiekonzerne genau dann den Strom abdrehen würden. Am lautesten würden wohl jene Scheinheiligen aufschreien, die auch dann immer protestieren, wenn irgendwo als Alternative ein Windrad gebaut werden soll.

Pommes Frites statt Anti-Atompolitik

Ein ganz ein schlechtes Gewissen aber darf die EU-Kommission haben. Denn die könnte die Subventionen für die Atomkonzerne untersagen. Das ist nämlich der schlechte Witz bei der Sache: Ohne Milliarden-Stützung wäre der Bau neuer Reaktoren unwirtschaftlich. Aber in Brüssel kümmert man sich lieber um einheitliche Pommes-Frites-Verordnungen.

Umso mehr muss man einmal unsere Politker positiv hervorheben. Die sind nicht nur parteiübergreifend gegen den Atomstrom sondern treiben gegen viele Widerstände auch den Ausbau der Alternativ-Energie voran.
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