08.06.2017, 14:46 Uhr

Rupprechter: Masterplan für ländlichen Raum im Sommer fertig

Erwin Pröll (li.) und Andrä Rupprechter präsentieren den Zwischenbericht des Masterplan für den ländlichen Raum.

Abwanderung, Gesundheitsversorgung und Digitalisierung: Das sind die drei Problemkinder am Land. Der Masterplan soll künftigen Regierungen eine Handlungsanweisung im Umgang mit diesen Themen geben.

ÖSTERREICH. Es ist eine schleichende Entwicklung, die erst in zehn oder zwanzig Jahren so richtig spürbar sein wird: die Abwanderung im ländlichen Raum. Vor allem Frauen und gut Gebildete zieht es in die Städte, die mehr Job- und Ausbildungsmöglichkeiten sowie auch ganztägige Kinderbetreuungsangebote bieten. Dem entgegenzuwirken ist das Ziel des von Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter initierten Masterplan für den ländlichen Raum, der bis Mitte Sommer fertig werden soll.

Drei Schwerpunkte

Am Donnerstag gab Rupprechter gemeinsam mit Masterplan-Schirmherr Erwin Pröll, der seit seinem Abgang als Landeshauptmann seinen ersten öffentlichen Auftritt gab, Einblick in die drei Schwerpunktbereiche des Masterplan: Digitalisierung, Gesundheitsversorgung und Erhöhung der Attraktivität des ländlichen Raums durch Kulturpolitik und Frauenförderung.

5G-Standard und Breitbandausbau

Das Mobilfunknetz soll mit dem 5G-Standard auf den neuesten Stand gebracht werden und das Internet mit dem Glasfasernetzausbau auch am Land schneller werden. Rupprechter zitiert eine Studie von Arthur D. Little, derzufolge 32 Milliarden Euro an Wertschöpfung sowie die Schaffung von 5.000 Jobs möglich sind, wenn es Österreich schafft europaweit Vorreiter beim 5G-Standard zu werden. Öffentliche Gebäude, die seinem Ministerium unterstehen, will er für die Errichtung von Antennen gratis zur Verfügung stellen.

Gesundheitsversorung kritisch

Die Gesundheitsversorgung am Land werde in den nächsten 15 Jahren in vielen Regionen kritisch werden, da die Ärzteschaft vor einer großen Pensionierungswelle steht. Der Masterplan sieht vor, Gruppenpraxen und mobile Praxen einzurichten sowie Telemedizin und E-Health auszubauen. Weiters soll die kulturelle Infrastruktur am Land weiterentwickelt werden. Um den ländlichen Raum auch für Frauen attraktiv zu machen, will Rupprechter weibliche Betriebsnachfolgen fördern und die Kinderbetreuungsangebote ausweiten.

Handlungsanweisung für künftige Regierungen

Der Masterplan soll künftigen Regierungen als Handlungsanweisung dienen, die in ein Regierungsprogramm mit entsprechender Budgetierung fließen sollen. Aktuell seien 175 Millionen Euro für dieses und nächstes Jahr beschlossen worden. Die Beträgen können außerdem über europäische Fonds, wie der Europäischen Investitionsbank, deren Leiter Wilhelm Molterer ist, gehebelt werden, betonte Rupprechter.

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