18.11.2016, 14:12 Uhr

Die etwas andere Polizei

Sicherheitskoordinator Müller im Gespräch mit dem Sicherheitsdienst in einem Einkaufszentrum der Wiener Donaustadt. (Foto: Arnold Burghardt)

Die Polizeiarbeit ist im Wandel. Es wird verstärkt auf Prävention gesetzt und aktiv das Gespräch mit den Bürgern gesucht. meinbezirk.at hat Sicherheitskoordinator Markus Müller von der Wiener Polizei bei der Arbeit begleitet.

ÖSTERREICH. Markus Müller jagt meist keine Verbrecher, sichert keine Spuren und obwohl er eine Waffe trägt, greift er eigentlich so gut wie nie nach ihr. Müller ist Polizist in Wiens größtem Flächenbezirk, der Donaustadt. Nach Matura, Bundesheer und zweijähriger Polizeiausbildung war er zunächst Inspektor und anschließend im Kriminaldienst.

"Jeden Tag eine gute Tat"

Schon als Kind war für ihn klar, dass er zur Polizei will. Geprägt haben ihn als Kind die Pfadfinder und deren Motto: "Jeden Tag eine gute Tat." Heute ist der 30-Jährige Sicherheitskoordinator im Rahmen des Pilotprojekts "Gemeinsam sicher", einer Initiative, die die Polizeiarbeit neu ausrichtet, bei der auf Prävention gesetzt und aktiv das Gespräch mit den Bürgern gesucht wird.

Neues Selbstverständnis der Polizei

Müller ist der Boss von insgesamt sieben Grätzlpolizisten, die im Bezirk unterwegs sind. "Der Satz 'wir sind nicht zuständig', den gibt es nicht mehr", beschreibt Müller das neue Selbstverständnis als Polizist. Das heißt, dass niemand mit seinem Anliegen – und sei es noch so weit weg von den zentralen Aufgaben eines Polizisten – weggeschickt wird. So erfuhr Müller etwa von einer beschmierten Betonwand neben einem Spielplatz in der Seestadt Aspern, über die sich die Anwohner beschwerten. "Diese Wand wird jetzt von Kindern bunt bemalt", erzählt er stolz von seinem Lösungsvorschlag.

Menschen helfen

Heute beginnt er den Tag mit einem Rundgang durch die Shopping Mall Donauzentrum. Dort trifft er den Leiter des privaten Sicherheitsdienstes. Viel Zeit verbringt er in seinem Job als Sicherheitskoordinator aber vor allem bei Vernetzungstreffen mit sozialen Einrichtungen aus dem Grätzl. "Ich wollte immer einen Beruf haben, bei dem ich viel mit Menschen zu tun habe und wo ich Leuten helfen kann", sagt Müller im Interview mit meinbezirk.at. Er scheint erfüllt zu sein, in seinem Job als "Good Cop".

Wanted: Neue Polizisten

Doch auch wer es aufregend mag, ist bei der Polizei nach wie vor an der richtigen Adresse. "Bei uns gibt es so viele Bereiche von der Diensthundeeinheit, dem See- und Stromdienst bis hin zur Cobra", betont der Wiener Polizeisprecher Roman Hahslinger. Die Aufnahmeoffensive bei der Polizei – nicht nur in Wien – geht weiter. Besonders Frauen und Personen mit Migrationshintergrund seien gefragt, so Hahslinger. Wer zur Polizei will, sollte jedoch wissen, dass die Arbeitsbelastung mit Zwölfstundendiensten, die dazu noch unregelmäßig sind, sehr hoch ist. Außerdem brauche man viel Geduld und Einfühlungsvermögen, betont Müller.
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