23.06.2017, 00:30 Uhr

Hochwasser: Arbeiten im Schatten des Dammes

Stefan Scheuringer hat Kulturtechnik an der Universität für Bodenkultur studiert und ist seit 2006 bei "viadonau" tätig. (Foto: Arnold Burghardt)

Erst wenn die Überschwemmung droht, nimmt man sie wahr: Hochwasserschützer sind aber das ganz Jahr über im Einsatz.

ÖSTERREICH. Stefan Scheuringer verteidigt das Land. Nicht als Soldat, sondern als Hochwasserschützer. Der gebürtige Steirer ist Leiter des Hochwassermanagements der "viadonau" und mit seinem 14-köpfigen Team für rund 250 Kilometer Hochwasserschutzanlagen entlang der Donau, March und Thaya verantwortlich.

Trockenwetterbetrieb

Das letzte große Hochwasser ist vier Jahre her und war ein Jahrhunderthochwasser. "Ob ein Hochwasser kommt, weiß ich drei Tage im Voraus und dann ist man nonstop im Einsatz", sagt Scheuringer im Gespräch mit meinbezirk.at.
Doch auch wenn es gerade kein Hochwasser gibt – im Fachjargon heißt das Trockenwetterbetrieb –, haben Hochwasserschützer zu tun. Viermal jährlich werden etwa die Hochwasserschutzanlagen kontrolliert und etwaige Schäden repariert.

Großprojekt: Sanierung des Marchfeldschutzdamms

Da ein Damm eine beschränkte Lebenszeit hat, stehen auch Generalsanierungen an. So wird ab diesen Oktober der bereits zur Kaiserzeit erbaute Marchfeldschutzdamm ab dem Schönauer Schlitz bis Schloss Hof um 94 Millionen Euro generalsaniert, was zum Schutz von 30.000 Marchfeldbewohnern beiträgt. Die Arbeiten sollen bis 2020 dauern. In dieser Zeit wird der Marchfeldradweg übrigens nicht befahrbar sein.

Meister der Gewässer

Zu den Arbeiten bei Trockenwetter gehören auch Mäharbeiten, die zwei- bis dreimal im Jahr stattfinden. "Das Mähen ist wichtig, weil kurzes Gras stärker wurzelt und so den Damm stärkt", so Scheuringer. Neben Kultur-, Wasser- und Tiefbautechnikern sind auch Forstfacharbeiter im Hochwasserschutz tätig. Zum Job der Hochwasserschutzpflege gehört auch die Uferzonensicherung durch Gewässermeister. "Die wissen etwa, wann ein Baum stehen bleiben darf oder ob er besser entfernt werden soll", so Scheuringer. Zur Debatte stehe, diesen Beruf als Lehrberuf zu etablieren. Bisher kommt man zu diesem Job über Weiterbildungskurse, die vom Österreichischen Wasser- und Abfallwirtschaftsverband (ÖWAV) angeboten werden.

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