10.11.2016, 16:37 Uhr

Karmasins Weg ins Familienparadies

In den Städten ein zunehmend verbreitetes Bild: Väter mit Kleinkindern. (Foto: FlickR/CC BY-ND 2.0)

Statt ideologische Ratschläge zu geben, wie Familien Beruf und Kinderbetreuung unter einen Hut bringen sollen, setzt die Familienministerin auf Angebote und Möglichkeiten für Eltern. Ihre Strategie in Sachen Familienfreundlichkeit trägt bereits erste Früchte.

ÖSTERREICH. Geht es nach Auswandererfamilien, sogenannten Expats, ist Österreich in Sachen Familienfreundlichkeit in Europa die erste Wahl, wie aus einer Befragung des Expat-Netzwerks "InterNations" hervorgeht. Der Blick nach Skandinavien offenbart dennoch Aufholbedarf in Sachen Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Spitzenreiter in Europa bis 2025

Familienministerin Sophie Karmasin hat sich hierfür ein ambitioniertes Ziel gesetzt: Bis 2025 soll Österreich Europas familienfreundlichstes Land werden. Der Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen, der mit 305 Millionen Euro gefördert wird, trägt dabei erste Früchte. Während 2012 laut dem Familienfreundlichkeitsmonitor nur 31 Prozent der Österreicher ihr Land als familienfreundlich einschätzten, waren es 2015 mit 63 Prozent bereits doppelt so viele. In Dänemark, dem Spitzenreiter, sind es 90 Prozent.

Klassische Rollenverteilung dominiert

"Familienfreundlichkeit besteht aus einem Bündel an Maßnahmen, doch die Politik kann nicht alles alleine lösen. Es braucht die gemeinsame Anstrengung der Gesellschaft", sagt Karmasin auf Anfrage der Regionalmedien Austria. Studien zeigen, dass berufstätige Mütter von Vorschulkindern noch oft kritisch gesehen werden, ebenso wie Väter, die Betreuungspflichten übernehmen wollen. "Junge Mütter und Väter brauchen keine ideologischen Ratschläge, sondern Angebote", so Karmasin.

Ein Tausender für Väter

Um die Väterbeteiligung von derzeit 18 auf 25 Prozent bis 2018 zu erhöhen, setzt Karmasin auf den Partnerschaftsbonus: die partnerschaftliche Aufteilung der Kinderbetreuungszeit wird mit 1.000 Euro belohnt. Diese Maßnahme geht in Richtung des schwedischen Modells, wo jeder Elternteil einen nicht übertragbaren Anspruch auf drei Monate bezahlten Elternurlaub hat. Schwedens Frauenbeschäftigungsquoten zählen zu den höchsten in der EU.
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