22.11.2017, 13:52 Uhr

Naturgefahren: Donau Versicherung fordert Versicherungspflicht für alle

Peter Thirring, Generaldirektor der Donau Versicherung: "Die Frage der Naturgefahren gehört unbedingt gelöst." (Foto: Donau Versicherung/APA/Juhasz)

Die Donau Versicherung ist 150 Jahre alt. Im Rückblick stellt der zu 100 Prozent österreichische Versicherer fest, dass Schäden durch Naturereignisse in Österreich aber auch weltweit im Steigen begriffen sind.

ÖSTERREICH. Der Klimawandel beschäftigt auch die Versicherungsbranche. "Die Schadenshäufigkeiten weltweit steigen. In Österreich beobachten wir, dass bei Stürmen, Hochwasser oder Hagel die Häufigkeit und die Intensität zunehmen", sagt Ralph Müller, Finanzdirektor der Donau Versicherung bei einer Pressekonferenz anlässlich des 150-jährigen Bestehens der Donau Versicherung. Peter Thirring, Generaldirektor der Donau Versicherung, fordert von der neuen Regierung daher eine allgemeine Versicherungspflicht bei Naturgefahren.

Einstelliger Monatsbetrag

"Die private Versicherungswirtschaft ist nicht in der Lage für alle Österreicher eine Vollversicherung anzubieten. Hier kommen Summen zusammen, die die Versicherungswirtschaft schlicht und einfach nicht darstellen kann", so Thirring. Er schlägt dafür eine Kombination aus Erst-, Rückversicherung sowie für den absoluten worst-case eine staatliche Haftung, wofür der Staat auch ein Entgelt bekommen soll, sowie einer Versicherungspflicht für alle. "Das würde jeden nur einen geringen einstelligen Betrag im Monat kosten", führt Thirring aus. "Eine flächendeckende Versicherungspflicht würde Bund und Länder entlasten", fügt Müller hinzu.


Katastrophenfonds nicht ausreichend

Hochwasserschäden etwa werden heute aus dem Katastrophenfonds finanziert. Das sei aus Thirrings Sicht keine zufriedenstellende Lösung, da Geschädigte auf den politischen Willen angewiesen seien und es de facto nie zu einer vollen Ersatzleistung komme. Nahezu zehn Prozent der Schadensleistungen der Donau Versicherung gingen dieses Jahr auf das Konto von Hagel-, Sturm-, Blitz- und Oberflächenwasserschäden, was etwa 33.500 Schadensfällen entspricht.

Mehr Sachwerte treiben Schadensentwicklung an

Doch nicht nur die Häufung und Intensität von Naturereignissen sind für die Zunahme der Schadensleistungen verantwortlich. "Heute gibt es aufgrund der Bevölkerungsentwicklung und der Vermögensbildung mehr Sachwerte als noch vor zehn oder 20 Jahren, was wiederum zu einer höheren Versicherungsdichte führt", betont Müller.

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