30.09.2016, 00:30 Uhr

Robert F. Hartlauer im Interview: In der Höhle des Fotolöwen

Aug' in Aug' mit dem Fotolöwen. Robert F. Hartlauer (l.) erläuert im praxisnahen Interview mit Wolfgang Unterhuber (Mitte) und Thomas Winkler (r.) wie man mit Ideenreichtum drei Millionen Kunden gewinnt. (Foto: www.paul-hamm.at)

Mitte Oktober ist in Schladming der Löwe los. Da wird nämlich Fotolöwe Robert F. Hartlauer mit seinen Mitarbeitern in einer Groß-Disco den 45. Geburtstag seines Unternehmens feiern. Bis Redaktionsschluss hatten sich schon 1200 Mitarbeiter für die Party angemeldet, wie uns Hartlauer im Exklusiv-Gespräch für die 129 Zeitungen der Regionalmedien Austria verrät.

ÖSTERREICH. Zum Feiern hat Hartlauer allen Grund. Denn in den vergangenen Jahren mussten namhafte Mitbewerber wie Niedermeyer, Cosmos oder Köck aufgeben. Hartlauer hingegen hat soeben eine neue Filiale aufgesperrt. Österreichweit gibt es derzeit 160 Hartlauer-Filialen mit knapp 1.500 Beschäftigten, die im Vorjahr einen Bruttoumsatz von 250,5 Millionen (plus 2,7 Prozent) erwirtschafteten.

Vier Säulen-Strategie als Basis

Die Basis des Erfolgs sind die vier Geschäftsbereiche Foto, Handy, Brillen und Hörgeräte, die laut Hartlauer jeweils rund ein Viertel seines Umsatzes ausmachen. Und was plant er Neues? "Wir erweitern gerade den Bereich der Hörgereäte-Akustik, die es derzeit erst in 115 Geschäften gibt. Und natürlich beschäftgten wir uns längst auch mit 3D-Druck oder mit Messgeräten für Blutdruck und Blutzucker. All das wird ein Thema werden. Aber man muss immer den richtigen Zeitpunkt abwarten, bis man voll loslegt."

Drei Millionen sogenannte Löwencard-Kunden

Neben dem Geschäftsmodell versucht Hartlauer mit Beratung zu punkten."Ein Beispiel: Als Partner von allen Handy-Netzbetreibern können wir dem Kunden objektiv sagen, welches Netz in seinem Wohnort am besten funktioniert. Und wir installieren die Handys auch." Gerade bei älteren Kunden sei das wichtig, so Hartlauer. Das Ergebnis von derlei All-Inclusive-Beratung: drei Millionen sogenannte Löwencard-Kunden.

E-Commerce ist Teil des Tagesgeschäfts

Dann wollen wir von Hartlauer wissen, wie er das Thema E-Commerce sieht. "Der Kunde, der alles nur online macht, den sehen wir nicht. Viele bestellen online, holen das Produkt dann aber persönlich ab." Fotobücher etwa würden zu 95 Prozent online bestellt aber dann persönlich im Geschäft abgeholt.

Hartlauer sucht Fachkräfte im Hör-Bereich

Hartlauer sucht übrigens gerade neue Leute. "Ich würde sofort 30 Hörgereäte-Akustiker aufnehmen". Problem: Die gibt es am Jobmarkt einfach nicht. Also bildet er seine Fachkräfte (derzeit 450 gelernte Optiker und 150 staatlich geprüfte Hörgeräte-Akustiker) selbst aus.

Der Amtsschimmel wiehert immer und überall

Und wie sieht Hartlauer den Wirtschaftsstandort Österreich? "Es wäre toll, wenn es für Unternehmer einmal eine Steuer-Reduzierung geben würde." Auch die Bürokratie gelte es zu reformieren. "Wenn ich ein Geschäft eröffne, brauche ich dazu einen Mitarbeiter nur für die Behördenwege." Entmutigen lässt er sich aber nicht. "Das Umfeld ist schließlich ja für alle gleich."

Was Robert F. Hartlauer über Familie, das Rauchen und Sport denkt, erfahren Sie in unserer Bildergalerie!
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