26.08.2016, 09:00 Uhr

Über das Arbeiten auf dem Bauernhof

Die Arbeit in der Landwirtschaft ist körperlich weniger anstrengend als früher. Aber Bürokratie und Stress haben zugenommen. (Foto: MEV)

Johann Deix züchtet Ferkel in Niederösterreich und ist Bundesobmann-Stellvertreter der Österreichischen Jungbauernschaft. Im Interview mit meinbezirk.at spricht er über die Gründe für den Rückgang der Hofübernahmen und was sich bei den Rahmenbedingungen ändern muss.

Hofübernahmen werden immer seltener. Was hat Sie dazu bewogen, den elterlichen Hof fortzuführen?
Johann Deix:
Meine Eltern haben mir immer die Vorteile der Landwirtschaft vorgelebt. So ist mir die Entscheidung leicht gefallen.

Was sagen Sie denjenigen, die noch unschlüssig sind?
Man kann nicht pauschal einem jungen Menschen sagen, er soll einen Hof übernehmen. Man muss abwägen, ob die Vorteile der Selbstständigkeit und der Arbeit mit und in der Natur, aber auch die manchmal schwierige Einkommenssituation das Richtige für einen persönlich sind.

Warum gibt es immer weniger Hofübernahmen?
Oftmals liegt es an den schwierigen Arbeitsbedingungen oder an der Einkommenssituation. Nicht selten liegt es aber auch an den familiären Bedingungen, die eine Hofübernahme unmöglich machen.

Was ist mit 'familiären Bedingungen' gemeint?
Manchmal kommt es zu einem Generationenkonflikt. Wenn die Jungen den Hof anders weiterführen wollen als bisher, etwa auf Biolandwirtschaft umsteigen wollen, kann es sein, dass dies nicht den Vorstellungen der Eltern entspricht.

Was kann man gegen das Bauernsterben unternehmen?
Zum einen muss sich die Landwirtschaft der breiten Öffentlichkeit mehr öffnen. Denn meist beruht das Unverständnis unserer Gesellschaft für gewisse Abläufe auf Unkenntnis. Ein anderer Punkt: Wenn wir einen gemeinsamen europäischen Markt haben, müssen auch die Rahmenbedingungen in allen Ländern gleich sein, sonst hat das Land mit den strengeren Gesetzen den Nachteil. Ein gutes Beispiel ist die Putenmast in Österreich. In Österreich dürfen 45 Prozent weniger Puten pro Quadratmeter in den Stallungen gehalten werden im Vergleich zu anderen EU-Ländern. Im Supermarkt aber muss die österreichische Pute mit Puten aus Polen, Ungarn oder Deutschland konkurrieren, die viel billiger produziert wurden.

Wie sieht Ihr Alltag aus?
Arbeitsbeginn ist um 6:30. Im Stall werden die Schweine gefüttert, angeschaut und Arbeiten im Stall erledigt. Je nach Jahreszeit steht Feld- oder Waldarbeit an. Je nach Bedarf werden Reparaturen erledigt, Büroarbeit gemacht. Am Abend geht es wieder in den Stall, um die Tiere zu füttern.
2
Diesen Mitgliedern gefällt das:
1 Kommentarausblenden
4.012
Franz Schaufler aus Weiz | 27.08.2016 | 17:12   Melden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.