21.11.2016, 13:06 Uhr

Wenn die Energiekosten zur Falle werden

Caritas-Präsident Landau und Verbund-Chef Anzengruber: "Es darf nicht sein, dass Menschen überlegen müssen, ob sie heizen oder kochen sollen." (Foto: Michael Appelt – Andreas Edler)

Rund 1,18 Million Menschen (das sind 14 Prozent der Bevölkerung) sind laut EU-Statistik in Österreich armutsgefährdet. In der kalten Jahreszeit hat das für viele Betroffene besondere Folgen wie uns Caritas-Präsident Michael Landau berichtet.

"Die steigenden Kosten für Strom und Heizen belasten immer stärker die knappen Budgets von armutsgefährdeten Haushalten", so Landau. Rund 220.000 Menschen in Österreich geben laut Statistik Austria an, ihre Wohnungen nicht angemessen warm halten zu können".

Stromhilfefonds von Caritas und Verbund

Deshalb haben die Caritas und Österreichs größter Stromversorger, Verbund, schon vor sieben Jahren den Stromhilfefonds gegründet. Landau: "Es darf nicht sein, dass Menschen überlegen müssen, ob sie heizen oder kochen sollen. Kein Kind soll in Österreich in einer kalten Wohnung die Hausaufgaben machen oder in einem schimmeligen Zimmer schlafen müssen.“

"Unsere Hilfe muss nachhaltig wirken."

Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber ergänzt: „Unser Ziel war es damals und ist es heute, rasch, unbürokratisch und vor allem auch nachhaltig zu helfen." Und wie geht das? Anzengruber: "Jeder Haushalt – egal ob Verbund-Kunde oder nicht – kann sich bei finanziellen Engpässen an die nächste Sozialberatungsstelle der Caritas wenden."

Die Hilfe erfolgt mehrstufig

In den bundesweit 36 Sozialberatungsstellen werden die Fälle dann geprüft und im Notfall weitergeleitet, erklärt Caritas-Chef Landau. Die Hilfe erfolgt mehrstufig. In Akutfällen gibt es zunächst die Möglichkeit der finanziellen Soforthilfe (durchschnittlich 100 Euro) aus dem Stromhilfefonds, der vom Verbund-Konzern gespeist wird.

Schritt zwei ist die Energieberatung

Dabei kommen von der Caritas vermittelte Energieberater ins Haus und checken Haushaltsgeräte, Heizsysteme, Boiler. Denn oft sind alte Geräte und thermisch unsanierte Wohnungen der Grund für die hohen Energiekosten.

Schritt drei ist der Gerätetausch

Schritt drei ist dann der Gerätetausch, damit die Energiekosten dauerhaft gesenkt werden. Die Geräte kommen von der Bosch Siemens Hausgeräte GesmbH. Und wie sieht nach sieben Jahren die Bilanz aus? Anzengruber: "Wir konnten bisher über 3000 Haushalte und damit mehr als 8.000 Personen unterstützen."

Und so kann man helfen

Wer helfen möchte, kann das tun unter dem Spendenkonto "VERBUND Stromhilfefonds", Bankerverbindung: BAWAG P.S.K.
IBAN: AT10 6000 0005 1006 2540,BIC: BAWAATWW
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