06.08.2018, 16:00 Uhr

140 auf Autobahnen: Der WOCHE-Test auf steirischen Autobahnen

Wir testeten zwei verschiedene Strecken mit rund 130 km/h - mit unterschiedlichen Ergebnissen.

Wie schnell wird auf den steirischen Autobahnen wirklich gefahren? Die WOCHE wollte es genau wissen, zwei "Test-Piloten" wagten sich mit exakt 130 Stundenkilometern auf die Strecke, einmal auf der A2 zwischen Gleisdorf und Graz, einmal auf der Semmering-Schnellstraße zwischen Mürzzuschlag und Bruck.


Test 1: Gleisdorf-Graz

Freitag, früher Vormittag als Testzeitpunkt, offensichtlich eine bunte Mischung aus Berufs- und Urlauberverkehr, also durchaus dichtes Verkehrsaufkommen. Mit 130 Stundenkilometern gehört man da eher zu den Außenseitern: Verhältnismäßig viele sind knapp langsamer unterwegs, man kommt trotzdem auf der zweiten Spur nur mühsam voran, muss immer wieder auf die dritte Spur ausweichen, weil die Anzahl der "Mittelspurfahrer" relativ hoch ist.
Überholt wurde der WOCHE-Tespilot auf dieser Strecke insgesamt 19 Mal, auffällig dabei: Fast alle waren (zumindest gefühlt) deutlich schneller unterwegs, die Schätzungen liegen dabei zwischen 150 und 170 km/h. Möglicherweise ein Zufall: Die meisten Tempobolzer kamen nicht aus der Steiermark, der Anteil der Fahrzeuge mit Wiener Kennzeichen war auffallend hoch.

Test 2: Mürzzuschlag-Bruck

Montag, in den Morgenstunden, wagte sich der zweite Tester auf die Piste: Erwähnen muss man, dass hier durch Tunnel und Baustellen gut ein Drittel der Strecke eine geringere Geschwindigkeitsbeschränkung aufweist als die an sich auf Autobahnen erlaubten 130 km/h. Dennoch: Die Disziplin auf diesem Streckenstück war deutlich besser als im Großraum Graz, nur ein einziges Mal wurde unser WOCHE-Flitzer überholt – offenbar von einem Verkehrsteilnehmer, der die 140er-Regelung schon vorweg genommen hat. Allerdings, so die Anmerkung unseres Testers, der selbst ein wenig überrascht war: Das Verkehrsaufkommen war durch deutlich geringer als außerhalb der Urlaubszeit.

Der Tacho lügt kaum

Übrigens: Wer mit toleranten Polizisten in der Steiermark spekuliert oder drauf hofft, dass "der Tacho eh nicht stimmt", der wird enttäuscht sein: Die Polizei lässt gerade einmal eine fünfprozentige Messtoleranz gelten, das wären aufgerundet 7 Stundenkilometer. Und auch den lügenden Tacho gibt es nicht, wie Autohändler und -experte Peter Jagersberger erläutert: "Hat das Auto eine neuwertige, ordnungsgemäße Bereifung, dann zeigt der Tacho exakt die richtige Geschwindigkeit an." Zur Erklärung: Die Anzahl der Reifenumdrehungen wird mittels Sensor übertragen und zeigt so das Tempo an. Erst wenn die Reifen abgefahren sind (und damit mehhr Umdrehungen gemeldet werden), ergeben sich geringfügige Abweichungen, der Tacho zeigt dann knapp mehr (2-3 km/h) als die tatächlich gefahrene Geschwindigkeit an.

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