02.10.2017, 17:00 Uhr

Der Kampf um den steirischen "Heckenklescher"

Kampf für die Isabella-Sorten: Andreas Lackner startete Petition. (Foto: Grüne)

Initiative für den Anbau unveredelter Weinsorten geht weiter.

Nicht wegzudenken aus jeder burgenländischen Weinkarte: der "Uhudler". Bei unseren östlichen Nachbarn werden diese Direktträger-Weinsorten ganz legal produziert, sie sind im Bundesland mittlerweile sogar ein geschütztes Markenzeichen.
Macht man allerdings genau das gleiche ein paar Kilometer weiter, in der südöstlichen Steiermark, steht man mit einem Fuß im Kriminal. Die gewerbsmäßige Verarbeitung dieser Weinsorten, bekannt unter dem Sammelbegriff "Isabella", ist laut steirischem Weinbaugesetz nämlich verboten.
Kurz: Wer seinen Isabella-Frizzante oder den beliebten "Heckenklescher" unter die Leute bringt, macht sich strafbar. Sogar Rodungsbescheide gegen Weinbauern wurden schon erlassen.

"Das ist in der Form nicht einzusehen",

ärgert sich der Oststeirer Andreas Lackner (kandidiert bei der NR-Wahl für die Grünen). Denn: "Vorwiegend für kleine Weinbaubetriebe stellen die vorhandenen Bestände eine wirtschaftliche Nische dar, man darf doch diese nicht in die Illegalität drängen." Dazu komme, dass es seitens der Gastronomie und der Konsumenten durchaus eine Nachfrage gibt. Weiterer Vorteil: "Regionale Produkte muss man nicht importieren. Und sie sichern heimische Arbeitsplätze", stellt Lackner klar. Weiterer Vorteil dieser Direktträger-Sorten: "Sie sind sind pilz- und reblausresistent, somit rückstandsfrei, sie schonen das Grundwasser."

Klar sollen laut Gesetz auch für diese Sorten alle hohen steirischen Qualirtätsstandards gelten, ein entsprechender Landtagsantrag von Lambert Schönleitner zur Klassifizierung zugelassener Sorten aus dem April dieses Jahres wartet allerdings noch auf die Beantwortung durch Agrarlandesrat Hans Seitinger. Eine von Lackner ins Leben gerufene Petition unter dem Titel "legalize Heckenklescher" wurde bereits von hunderten "Isabella"-Freunden unterschrieben.
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