20.03.2017, 15:00 Uhr

Riesen-Bärenklau und Co.: Der Kampf gegen die Pflanzen aus einer anderen Welt

"Aufklären und sensibilisieren", sagen LR Anton Lang und Andrea Krapf, hier vor einem Riesen-Bärenklau. (Foto: Jorj Konstantinov)

LR Anton Lang und die Naturschutzabteilung starten Initiative gegen invasive Neophyten.

"Es ist eine schwierige Materie, gerade für Laien: Auch wenn die Risiken groß sind, wollen wir auch keine Panik verbreiten." Die Rede ist, so SP-Landesrat Anton Lang, von so genannten "invasiven Neophyten", also nicht heimischen Pflanzen, die Gefahr für Mensch und Natur mit sich bringen. Die bekanntesten unter ihnen: der Riesen-Bärenklau, das drüsige Springkraut, der Staudenknöterich oder die Goldrute. Die Folgen der Ausbreitung dieser Arten sind teilweise verheerend: Sie verdrängen damit heimische Arten, sie sorgen für gesundheitliche Probleme in der Bevölkerung, sie bringen massiven wirtschaftlichen Schaden mit sich. Allein im EU-Raum sollen dies im letzten Jahr zumindest zwölf Milliarden Euro gewesen sein.
Was macht diese Pflanzenarten eigentlich so stark? "Sie treiben früher aus, haben daher einen Startvorteil. Und sie haben keine Feinde, aber eine sehr hohe Keimungsrate", erklärt Andrea Krapf, Expertin des Landesnaturschutzes. Klimaerwärmung und die erhöhte Reisetätigkeit der Menschen haben das ihre zur Verbreitung beigetragen.

"Ausrotten ist nicht mehr möglich""

Zurückdrängen kann man diese Neophyten nicht mehr, wesentliches Anliegen in der Zusammenarbeit mit der Berg- und Naturwacht: "Wir wollen die Menschen aufklären, sie sensibilisieren und ihnen die Gefahren bewusst machen", sagt Lang. Und wenn ein Riesen-Bärenklau bei Berührung zu Verbrennungen dritten Grades führen kann, steht die Wichtigkeit dieser Aufklärung außer Frage.
Dies wird man, so Lang, über verschiedenste Kanäle machen: "Über Infolfolder, über Vorträge in Gemeinden, vor allem aber auch über die Schulen." Lang unterstreicht: "Ich werde auch nochmals alle Bürgermeister kontaktieren – und wir planen eine Aktionswoche mit Schulprojekten für Ende Juni." Auch eine entsprechende EU-Verordnung wird man noch vor der Sommerpause in einen entsprechenden Gesetzesentwurf gießen. Diese und andere Maßnahmen sollen vor allem dazu dienen, präventiv gegen neue "Zuzügler" zu wirken.

Zur Info:

Invasive Neophyten konkurrieren mit einheimischen Arten um Wasser, Stickstoff und Luft. Sie bilden eintönige Monokulturen und verhindern das Auf- und Weiterkommen heimischer Arten. Besonders gefährlich ist ihr Eindringen in naturnahe Standorte wie Halbtrocken- und Trockenrasen oder auch Aubereiche, da es dadurch zu einer Umwandlung der vorhandenen Artengarnitur kommt.

Die Top 7 in der Steiermark:
* Aufrechte Ambrosie
* Staudenknöterich
* Riesen-Bärenklau
* Drüsiges Springkraut
* Goldrute
* Götterbaum
* Gewöhnliche Robinie
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