17.10.2017, 14:00 Uhr

Steirer-Projekt sorgt in Europa für Furore

Bisher wurden von der Ökoregion Kaindorf bereits 220.000 Euro an Humus-Landwirte ausbezahlt beziehungsweise in Form von Humus-Zertifikaten übergeben. (Foto: Ökoregion Kaindorf)

Klimaschutz-Experte lobt steirisches Humus-Projekt der Ökoregion Kaindorf für große Nachhaltigkeit.

Die Vorteile von der Verwendung von Humus in der Landwirtschaft liegen auf der Hand: Neben dem nachhaltigen Aufbau der Bodenbiologie und der damit verbundenen Sanierung der Ackerböden können diese damit Starkregen besser verkraften, sind gegenüber Trockenperioden widerstandsfähiger und brauchen weniger Dünge- und Spritzmittel. Zusätzlich sind Humus-Landwirte aber auch "Klimaschutzwirte", denn ein Humus-Aufbau ist eine der wenigen Möglichkeiten, CO₂ im Boden zu speichern. Die Ökoregion Kaindorf hat in den vergangenen zehn Jahren ein erfolgreiches Humus-Aufbauprogramm entwickelt. In den letzten zwei Jahren ist damit die Anzahl der Humus-Landwirte österreichweit von 95 auf aktuell 150 Bauern gestiegen und der Anteil der nachhaltig bewirtschafteten Ackerfläche ist von 660 auf nahezu 1.600 Hektar gestiegen.

Humus-Zertifikate


Den Umstand des Klimaschutzes mittels Humus machen sich viele namhafte große und kleinere Unternehmen – wie beispielsweise Hofer, Murauer Bier, VBV-Vorsorgekasse, Öko Tech Cluster Styria – und viele weitere Klein- und Mittelbetriebe in ganz Österreich zunutze. Sie erwerben über die Ökoregion Kaindorf Humus-Zertifikate, um damit ihren nicht vermeidbaren, überschüssigen CO₂-Ausstoß neutral zu stellen. Damit konnte die Ökoregion Kaindorf seit ihrer Gründung bereits 222.000 Euro an Erlösen aus dem Zertifikate-Handel an Humus-Landwirte ausbezahlen.

Vorbildliche Initiative


Laut Klimaexperte Univ.-Prof. Gottfried Kirchengast, Leiter des Wegener Instituts für Klima und Globalen Wandel in Graz, könnten 15 bis 20 Prozent des gesamten CO₂-Ausstoßes Österreichs kompensiert werden, wenn alle Landwirte ihre Äcker flächendeckend nachhaltig bewirtschaften und damit Humus aufbauen würden.
"Dieses Projekt der Ökoregion Kaindorf ist eine vorbildliche Initiative am Weg zur nachhaltigen Landnutzung in der Landwirtschaft."
Und er meint weiter: "Der aktive Humusaufbau leistet einen wertvollen Beitrag zur langfristigen CO₂-Bindung im Boden und ermöglicht gleichzeitig Landwirten ein verdientes Zusatzeinkommen als ‚Klimaschutzwirte‘ auf Basis guter und zukünftig steigender Preise pro Tonne CO₂."

Internationales Interesse


Aktuell befindet sich die Ökoregion Kaindorf mit potenziellen Partnern in den Niederlanden, Deutschland und Slowenien in konkreten Gesprächen, um das Humus-Aufbauprogramm inklusive Zertifikate-Handel auch international auszubauen. Jährlich finden außerdem Humus-Tage in der Ökoregion Kaindorf statt, die ebenfalls auf großes internationales Interesse stoßen.
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