15.11.2016, 16:30 Uhr

Weniger Wildunfälle: Mehr Sicherheit für Mensch und Tier

Pro Jahr sterben auf den steirischen Straßen knapp 20.000 Wildtiere bei Unfällen. Nun wird in einem Projekt unter der wissenschaftlichen Leitung der BOKU und unter finanzieller Beteiligung der Steirischen Landesjägerschaft und des Landes Steiermark an der Entschärfung gefährlicher Straßenstellen gearbeitet. (Foto: hykoe/Fotolia.com)

Das Land Steiermark setzt sich für die Entschärfung gefährlicher Wildunfall-Hotspots ein.

Mit der dunklen Jahreszeit steigt auch die Gefahr von Wildunfällen im Straßenverkehr wieder stark an. Jährlich sterben in der Steiermark knapp 20.000 Wildtiere bei Unfällen im Straßenverkehr. Neben dem enormen Leid, wenn Menschen dabei verletzt oder gar getötet werden und auch Tiere zu Schaden oder zu Tode kommen, verursachen Wildunfälle auch einen immensen volkswirtschaftlichen Schaden: So schätzen österreichische Versicherungsträger diesen auf über 160 Millionen Euro pro Jahr ein.

Projekt geht in die Verlängerung

Das Land Steiermark hat daher bereits 2014 ein Wildunfall-Management-Projekt ins Leben gerufen, das mit der BOKU und unter finanzieller Beteiligung der Steirischen Landesjägerschaft und des Landes Steiermark abgewickelt wurde. Ziel dieses Projekts war neben der Erfassung von Wildunfalldaten auch die Sammlung besonders unfallträchtiger Straßenzüge. Darüberhinaus wurden einige dieser sogenannten Wildunfall-Hotspots mit Wildwarngeräten ausgestattet. Und die Rückmeldungen zeigen den Erfolg: Seit den Gerätemontagen Anfang Mai 2015 ist die Zahl der Unfälle mit Rehwild auf den ausgerüsteten Strecken von 25 bis zu 66 Prozent im Vergleich zu den Durchschnittswerten der Vorjahre zurückgegangen.
Nun geht es in die Verlängerung: Bis 2020 ist das Folgeprojekt "Wildtierschutz und Verkehrssicherheit Steiermark-Praxismodul" anberaumt. Bis dahin wollen die Experten ein steiermarkweit flächendeckendes Projekt umsetzen, um Wildunfälle zu verhüten. "So wird einerseits die Sicherheit für Menschen im Straßenverkehr erhöht und zum anderen ergreift man so nachhaltige Maßnahmen für den Tierschutz", erklärt der steirische Tierschutzlandesrat Anton Lang.
Erfreut über die Verlängerung zeigt sich auch die Tierschutzombudsfrau Barbara Fiala-Köck: "Aus Tierschutzsicht ist insbesondere der Verlust geschützter Wildarten und das erhebliche Tierleid anzuführen. Das Ziel des Projektes ist es, durch praxistaugliche Lösungen eine nachhaltige Reduktion der Wildunfälle zu erreichen und damit die Verkehrssicherheit für die Menschen zu erhöhen und Tierleid zu reduzieren."

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