16.01.2018, 08:00 Uhr

FPÖ Steiermark: Klubobmann Stefan Hermann im großen Interview

Im Interview: FPÖ-Klubobmann Stefan Hermann, neu im steirischen Landtag. (Foto: Prontolux)

Warum Familie, Mario Kunsaek und Zypern eine große Bedeutung im Leben des neuen Klubchefs haben.

Er schnauft einmal tief durch, nachdem er sich zum Interview mit der Woche setzt: "Ja, die letzten Wochen waren schon ein Wellental der Gefühle", sagt Stefan Hermann, der neue Klubobmann der Freiheitlichen im steirischen Landtag. Bis zum Schluss der Koalitionsverhandlungen im Bund sei ja nicht klar gewesen, ob Mario Kunsasek Minister werden würde, ebenso unsicher war demnach die Zukunft seiner Getreuen in der grünen Mark.
Für Hermann bedeutete das im Endeffekt den großen Karriersprung an die Spitze des Landtagsklubs – ohne jemals Mandatar gewesen zu sein, ein Problem? "Ich habe großen Respekt vor der Aufgabe, aber die politische Erfahrung ist ja da, ich habe zwölf Jahre in der Kommunalpolitik hinter mir, war ja schon parlamentarischer Mitarbeiter, bin also in den Prozessen und der Geschäftsordnung fit", ist der Vizebürgermeister der Grazer Umlandgemeinde Feldkirchen überzeugt.


Islamismus: FPÖ will Sicherheitsbericht

An der inhaltlichen Marschrichtung des Landtagsklubs wird sich unter Hermann nicht viel ändern: Die Reform der Mindestsicherung soll (angelehnt an die oberösterreichische Vorgangsweise) vorangetrieben, Missbrauch abgestellt werden. Zusätzlich zum Familienbonus will Hermann wieder das "Berndorfer Modell" ins Spiel bringen (Zuschuss für Mütter, die sich in den ersten drei Lebensjahren dafür entscheiden, zuhause zu bleiben). Weitere Initiativen werden ein sektorales Bettelverbot sowie den Islamismus betreffen: "Das Land kann sich hier nicht aus der Verantwortung nehmen, wir werden einen Sicherheitsbericht einfordern", so Hermann an die Adresse des zuständigen Regierungsmitglieds Hermann Schützenhöfer.


Bundes-Ideen in die Steiermark bringen

Durchaus bekannte und kantige Oppositionspolitik also. Wird das als neue Regierungspartei auf Bundesebene nicht zusehends zum Spagat? "Das denke ich nicht, dieses Problem wird in der Steiermark eher die SPÖ haben", glaubt Hermann an größer werdende Differenzen in der schwarz-roten "Zukunftspartnerschaft". Die FPÖ werde sich intensiv, unter anderem mit einer großen Klausur, auf die Oppositionsrolle einstellen und versuchen, sinnvolle Initiativen aus dem Bund in die Steiermark zu transferieren. Allerdings mit einem klaren Ziel: "Wir wollen nach der nächsten Wahl Regierungsverantwortung übernehmen. Das ist in unserer Entwicklung nur der nächste logische Schritt." Nachsatz: "Am schönsten wäre natürlich eine Regierung mit einem Landeshauptmann Mario Kunasek."

Hermann, ganz privat

Hehre Ziele also, die das Privatleben in den nächsten Jahren wohl eher hintanstehen lassen werden – das aber dennoch ein wichtiger Bereich bleiben soll, so der 32-jährige Jurist: "Ich habe bei meinem Schritt zum Klubobmann viel Unterstützung von meiner Familie erfahren, vor allem von meiner Frau." Wanderurlaube mit ihr sollen daher ein Fixpunkt bleiben, genauso wie das liebste Urlauzbsziel Zypern: "Das verdanke ich meiner Großmutter, wegen ihr bin ich schon seit meiner Kindheit immer dort gewesen, habe dort viele liebe Freunde gewonnen." Politische Vorbilder sind sein (leider schon verstorbener) politischer Ziehvater Klaus Hiebaum und Ex-Parteichef Gerhard Kurzmann.
Und natürlich Mario Kunasek: "Wir haben uns die letzten acht Jahre nahezu jeden Tag gesehen, er war mein Sparringpartner, wir sind Freunde. Diese täglichen Gespräche mit ihm gehen mir schon ab, seitdem er in Wien ist." Aber weiß, vielleicht ist das ja nur eine Trennung auf Zeit, bis zur nächsten Landtagswahl ...
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