08.03.2016, 07:00 Uhr

Frauenwahlrecht: ein harter Kampf

Kämpft für gleiche Rechte der Frauen: Carey Mulligan alias Maud im Film "Suffragette – Taten statt Worte". (Foto: Filmladen Filmverleih)

Die Gleichstellung der Frauen scheint heute vielfach selbstverständlich, doch manchmal trügt dieser Schein.

Im Kino sind es derzeit Helena Bonham Carter, Carey Mulligan und Meryl Streep, die um mehr Rechte für Frauen kämpfen: Der Film "Suffragette" rollt die bewegende Geschichte rund um den harten Kampf um mehr Rechte und Gerechtigkeit für Frauen im Großbritannien des frühen 20. Jahrhunderts auf. Was im Film packend anhand der Geschichte der Wäscherin Maud Watts (Carey Mulligan), die sich nach und nach vom Kampfgeist der Suffragetten mitreißen lässt, erzählt wird, war am Übergang vom 19. zum 20. Jahrhundert beinharte Realität.

Rückblick in die Geschichte

Ihren Ursprung haben die Suffragetten (engl./franz. suffrage: Wahlrecht) in Großbritannien. Eine der Vorreiterinnen war Emmeline Pankhurst, die eine bürgerliche Frauenbewegung gründete und durch öffentliche Proteste, politische Demonstrationen und Hungerstreiks auf sich aufmerksam machte. Ihre Tochter Christabel Pankhurst war eine der führenden Suffragetten im Kampf um das Frauenwahlrecht in Großbritannien. Erst nach Ende des Ersten Weltkriegs trugen die langen Proteste und Bemühungen Früchte und die Frauen in Großbritannien erhielten das Wahlrecht.
Auch in Österreich dürfen Frauen seit dem Jahr 1918 wählen. So spricht Artikel 9 des Gesetzes über die Staats- und Regierungsform von Deutschösterreich für die kommende Wahl der konstituierenden Nationalversammlung vom „allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Stimmrecht aller Staatsbürger ohne Unterschied des Geschlechts“.

Ein steiniger Weg

Dass das allgemeine Wahlrecht für Frauen allerdings noch immer keine Selbstverständlichkeit ist, zeigt sich übrigens im Abspann des Films, da liest man nämlich: Erst seit 1990 dürfen die Schweizerinnen bei allen Wahlen wählen und den Frauen in Saudi-Arabien wurde das Wahlrecht einmal in Aussicht gestellt. Einen "Probelauf" zum ersten Wahlgang absolvierten saudische Frauen im Dezember 2015. Da der Großteil der Frauen nämlich keinen Personalausweis besitzt, der als Voraussetzung für die Wahlberechtigung gilt, eine reine Farce.
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