13.06.2017, 16:00 Uhr

Nächste "Haltestelle" für JUFA: die Adria

Mahlzeit am JUFA-Buffet: Hotelmanager Martin Berghofer, Roland Reischl, JUFA-Boss Gerhard Wendl und Küchenchef Robert Haubenwaller. (Foto: Konstantinov)

Jugend- und Familiengästehäuser wollen von Graz aus weitere Länder erobern.

Mitten in der Hamburger Hafencity entsteht an einem Top-Standort gerade ein steirischen Jugend- und Familiengästehaus (JUFA). Ein großer, aber nur ein weiterer Meilenstein in der langen Entwicklungsgeschichte des stetig wachsenden Hotel- und Gastronomieanbieters. Mit dem Vorstandsvorsitzendes von JUFA, Gerhard Wendl, haben wir uns zum Business-Lunch dort getroffen, wo unter seiner Führung vor 26 Jahren alles begonnen hat: im JUFA-Hotel in der Grazer Idlhofgasse.

In grauer Vorzeit Jugendherberge, heute lebendige, moderne Hotels – was war das für eine Entwicklung?
Vor 26 Jahren haben wir gestartet, mit der Idee unkompliziert zu sein, mit einer gewissen Leichtigkeit und Modernität. Eine Idee, die ständig weiterentwickelt wurde. Heute lebt diese Idee an 57 Standorten in vier Ländern in Europa – mit starken steirischen Wurzeln. Allein im letzten Jahr hatten wir in diesen Häusern 1,3 Millionen Nächtigungen, es arbeiten rund 1.300 Mitarbeiter bei uns. Gestartet haben wir seinerzeit mit 25 Mitarbeitern ...

Deshalb auch das Treffen hier ...?

Ja, das ist unser Stammhaus, die Keimzelle. Ich habe in den letzten 26 Jahren sehr oft hier gegessen (schmunzelt). Ein gutes Stichwort, weil das für uns immer sehr wichtig war: Das Preis-Leistungsverhältnis muss in allen Bereichen stimmen, günstig sein, heißt nicht miese Qualität. Im Gegenteil: Wir stellen einen hohen Qualitätsanspruch.

Wie haben Sie selbst das Wachsen des Unternehmens erlebt?
Es waren sehr viele Schritte, der schwierigste war wohl jener vom Kleinbetrieb hin zum Großunternehmen. Am Anfang hat jeder alles gemacht, jeder war Verteidiger und Stürmer zugleich. Aber einer gewissen Größenordnung geht das dann halt nicht mehr. Trotzdem ist es mir wichtig, dass wir diese Verbindung zum Unternehmen nicht verlieren, deshalb haben wir auch sehr flache Hierachien. Ich selbst bin regelmäßig in einem der 57 Häuser, um mit den Teams ihre Sorgen und Wehwehchen zu besprechen. Wir dürfen nicht vergessen, wo wir herkommen.

Woran merkt man das?
Jeder bei uns im Führungsstab hat früher einmal selbst ein Haus geleitet, wir wissen also wovon wir reden. Viele machen innerhalb des Unternehmens Karriere.

Wie schafft man so eine Entwicklung?
Na ja, alles was in vielen klugen Managementbüchern steht, lässt sich halt nicht so einfach auf die Wirklichkeit umlegen. Es sind halt immer die Menschen, die es ausmachen. Meine Philosophie war es immer, dass wir versuchen, die Stärken der Leute herauszustreichen und nicht, ihre Schwächen auszumerzen. Wir bemühen uns, die Mitarbeiter dort einzusetzen, wo sie wirklich gut sind. Man passt die Struktur an die Menschen an und nicht umgekehrt. Das braucht halt eine permanente Beschäftigung mit dem Thema. Das spüren die Kunden auch, dass hier ein Team am Werken ist, wo alle an einem Strang ziehen.

Haben Sie im Laufe Ihrer Karriere auch manchmal schlecht geschlafen?

(Lacht). Ich habe von meinem Vater einen gesunden Schlaf geerbt. Aber ja, natürlich hat es auch viele kritische Momente gegeben, nicht immer war alles leicht. Aber was viele meiner Kollegen mir positiv nachsagen: Ich versuche immer Probleme zu lösen und nicht zu lamentieren, warum wir sie haben. Mir ist lieber, jemand probiert etwas und macht einen Fehler als er macht nur Dienst nach Vorschrift.

Was waren die schönsten Momente der letzten Jahre?

Ganz besonders war der Baubeginn in der Hamburger Hafencity. An einem der prominentesten Plätze dieser Stadt einen Standort zu haben, ist schon außergewöhnlich. Allein in der Jury für dieses Projekt saßen 60 Leute und wir haben sie von unserem Konzept überzeugen können. Wenn ich denke, dass wir das erste Haus seinerzeit zu zweit gebaut haben ...
Aber es gibt auch viele kleine Momente, Dinge, die aufgegangen sind, Mitarbeiter, die sich entwickelt haben und vieles mehr.

Was steht aktuell an?
Wir rüsten viele Häuser nach, versuchen am Puls der Entwicklungen zu sein. Im Bereich der Dienstleistungen geht das alles sehr schnell. Vor 20 Jahren war bei Seminaren die Kaffeepause das wichtigste, heute ist es das perfekt funktionierende WLAN. Das bietet aber gerade für uns natürlich auch viele Chancen.

Die größte Herausforderung?
Das Finden von neuen Mitarbeitern. Wir bieten viele Benefits an, trotzdem ist es natürlich schwierig. Freitag abend zu arbeiten gilt halt nicht als sexy.

Und zum Abschluss: Die Vision ...?

Wir wollen und müssen an die Adria. Slowenien, Kroatien und Italien sind sicher ein Thema. In den nächsten fünf Jahren möchte ich schon dort angekommen sein.
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