15.11.2017, 08:00 Uhr

"Wir brauchen uns nicht zu verstecken"

Von den Besten lernen: Das war das Credo der größten Delegation, die vergangene Woche an der Westküste der USA unterwegs war – hier in Stanford. (Foto: WOCHE)

Wie gut die Achse Steiermark-Silicon Valley bereits funktioniert, zeigte sich auch auf der Delegationsreise in die USA.

Qualität "made in Styria" ist in den USA gefragt, sind die Vereinigten Staaten nach Deutschland und Italien doch die größten Abnehmer steirischer Waren und Dienstleistungen.
Auch das war einer der Gründe, warum das Internationalisierungscenter Steiermark gemeinsam mit Wirtschaftslandesrätin Barbara Eibinger-Miedl und WKO-Vizepräsident Jürgen Roth die USA im Fokus für ihre Zukunftsreise hatte. Sechs Tage lang war die größte steirische Delegation, die bisher im US-Westen war, unterwegs, um neue Kontakte zu knüpfen, alte zu vertiefen und "dabei von den Besten zu lernen", so Eibinger-Miedl.
Die Stationen der Reise waren mit Seattle, San José und San Francisco gleichzeitig jene Städte, in denen einige der weltweit größten Unternehmen sitzen: Amazon, Microsoft, Boeing standen ebenso auf der Liste der Besichtigungen wie IBM, die Elite-Uni Stanford oder VW und SAP.

Erfolg made in USA

Was eines der Erfolgsgeheimnisse der Amerikaner gegenüber uns Europäern ist, bringt Wirtschaftskammer-Vize Jürgen Roth auf den Punkt: "Wir gehen zu sehr auf Nummer sicher. Der Amerikaner ist im Schnitt dreimal gescheitert, aus jedem Misserfolg lernt er, bis der Erfolg kommt."
Mit einer F&E-Quote von über fünf Prozent "brauchen wir uns sicher nicht zu verstecken", so Roth. "Wir müssen uns nur besser verkaufen."
Nicht zu vergessen ist natürlich, dass sich die Risikobereitschaft auch bei den Investoren zeigt: So liegt knapp ein Drittel des gesamten US-Risikokapitals (Venture Capital) im Silicon Valley.

Go Silicon Valley

Um österreichischen Unternehmen den Sprung ins Silicon Valley zu ermöglichen, läuft bereits seit 2010 das von der Außenwirtschaft Österreich initiierte Programm "Go Silicon Valley". Dabei bekommen bis zu 20 ausgewählte österreichische IKT-Startup- und Spinoff-Firmen einen ein- bis dreimonatigen „Inkubatorplatz“ im kalifornischen Silicon Valley. Dort können die Unternehmen ihre Businesspläne verfeinern und mit strategischen Partnern, potenziellen Großkunden und Financiers vernetzt werden. 
Auch einige steirische Firmen wie Ranorex, Sunny Bag, Visocon, AR4 oder zuletzt Appers waren bereits dabei und haben so in Kalifornien Fuß fassen können.

Open Austria Initiative

Seit einem Jahr gibt es direkt in San Francisco auch eine Anlaufstelle für Startups und innovative Jungunternehmen. Diese "Open Austria Initiative" verbindet Österreich direkt mit dem Silicon Valley. Und die Nachfrage ist groß, wie eine erste Bilanz zeigt. "Unser Team aus sechs Mitarbeitern hat ein Netzwerk aus 2.500 Kontakten aufgebaut, konnte mehr als 1.200 Anfragen bearbeiten und hat zirka 200 Startups betreut", resümieren Martin Rauchbauer und Georg Fürlinger, die der steirischen Wirtschaftsdelegation vor Ort in San Francisco ihre Arbeit und ihr Büro präsentierten.

Open Austria Initiative:
Das Büro des Außenministeriums und der Außenwirtschaft Austria bietet österreichischen Startups, Unternehmen, Investoren und der Wissenschaft Service vor Ort im Innovationsraum Silicon Valley.
Mehr Infos und Kontakt:
www.open-austria.com
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