03.10.2017, 13:30 Uhr

Bischof Hermann: "Tiroler sind kernige, gerade Menschen!"

´Hermann Glettler ist 52 Jahre und gebürtiger Steirer.

Bischof Hermann Glettler sucht noch den geeigneten Wahlspruch: machen Sie mit!

Welche waren die ersten Gedanken nach Ihrer Berufung. Etwa: „Oh Gott, Tirol?“
Bischof Hermann: "Nein, das hatte nichts mit Tirol zu tun. Eher 'oh Gott, werde ich das schaffen'. Weil wir alle zuerst die Defizite beleuchten und ängstlich sind. Aber Tirol ist sehr schön und ich konnte das Land schon ein wenig abseits der Touristenklischees kennenlernen. Und der Tiroler ist ein kerniger, gerader Mensch, das passt irgendwie zu mir."

Werden Sie mit Jakob Bürgler weiterhin als Generalvikar zusammenarbeiten?
"Sicher gibt es eine Zusammenarbeit mit ihm und mein Wunsch wäre es, ihm weiterhin große Verantwortung in der Kirche zu geben. Ich werde Jakob die Zeit geben, die er braucht, um sich nach der Zeit der Sedisvakanz zu orientieren. Aber wir sind uns einander geschenkt worden."

In Graz hatten Sie Weinberge, wie sieht die Beziehung zu richtigen Bergen bei uns aus?
(lacht). "Ich komme von einem Bergbauernhof, zwar nur auf 850 m Seehöhe, aber immerhin. Nein, ich mag die Berge, kann auch ein wenig Schilaufen und der Landeshauptmann hat mir bereits die Serles als Hochaltar Tirols vorgestellt."

Unter welchem Wahlspruch werden Sie die Tiroler Schafe hüten?

"Ich habe noch keinen, ich lasse da gerne die Tiroler mitreden, ich mache sozusagen ein Publikumsvoting aus meinen acht Vorschlägen, denn die Gläubigen sollten sich gemeinsam mit mir in diesem Wahlspruch wiederfinden." 

Werden Sie sich politisch äußern?
"Ich werde mich weitgehend zurückhalten, aber bei gesellschaftspolitischen Themen, die das Leid und die Armut der Menschen betreffen, werd ich mich zu Wort melden."

Sie gelten als Verfechter der zeitgenössischen bildnerischen Kunst und sind selbst bildnerisch tätig. Werden Sie Tiroler Gotteshäuser umgestalten?
"Nein, aber ich werde auch dahinter stehen, wenn neue Gestaltungsräume offen sind, hier mit Kunst die Menschen zu begeistern und relevante Künstler für die Gestaltung heranzuziehen."

Und wie sieht es mit der Kirchenmusik aus? Werden die Kirchenchöre auf lateinische Messen verzichten müssen?
"Auch das nicht, obwohl zeitgenössische Kirchenmusik sehr spannend sein kann. Musik in vielen unterschiedlichen Stilen ist etwas ganz Wunderbares in der Kirche, sie hat so große Kraft. Es sollte durchaus mehr Geld für Kirchenmusik in die Hand genommen werden."

Was wünschen Sie sich von den TirolerInnen für Ihr Amt?
"Ein gutes Miteinander, dass sie mich als Bischof auch annehmen, dass ich Feedback bekomme und dass sie mir beim 'Tirollernen' helfen, dass sie selbst den Schatz des Glaubens wieder heben und wieder zum Gebet finden."


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Mag. Monika Himsl aus Innsbruck | 05.10.2017 | 11:23   Melden
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