17.10.2017, 16:54 Uhr

Ingrid Felipe nicht mehr Bundessprecherin der Grünen – Konzentration auf Tirol

Das Grün ist nach der Wahl stark ausgetrocknet, Ingrid Felipe in Wien gescheitert.

Kurzes Wien-Gastspiel ist zu Ende.

TIROL. Nach der Heutigen Krisensitzung des Grünen Bundesvorstandes ist es Gewissheit. Ingrid Felipe wird nach etwas mehr als drei  Monaten die Grüne Bundessprecherin zurücklegen. Felipe will sich laut TT wieder ganz auf Tirol konzentrieren. Für sie sei die schwierige Mission gescheitert.
An ihrer Stelle wird ihr Stellvertreter Werner Kogler die Grünen interimistisch führen.
Für den Grünen Klubobmann Gebi Mair ist die Entscheidung ganz im Sinne der Landespartei. „Ingrid Felipe ist als Feuerwehrfrau im Bund eingesprungen, als niemand Verantwortung übernehmen wollte. Jetzt ist es wichtig, dass wir in Tirol die Kohlen aus dem Feuer holen, die verloren gegangene Zustimmung wieder zurückgewinnen und die Trendwende schaffen. Dafür ist Ingrid Felipe mit ihrer herzhaften, ehrlichen und zielstrebigen Art wichtiger denn je für uns“, so Mair.
Denn die Zukunft der Grünen hänge maßgeblich vom Abschneiden bei der Landtagswahl ab. „Es liegt jetzt an uns in den Ländern und den Gemeinden die Grünen bundesweit wieder aufzurichten“, macht Mair keinen Hehl daraus, dass viel auf dem Spiel stehe.

„Was uns sicherlich zugute kommt, ist der Rucksack voll mit Erfolgen, den wir uns in den letzten Jahren hart erarbeitet haben“, verweist Mair auf Grüne Erfolge in der Landesregierung: „Von der Tarifreform im Öffentlichen Verkehr profitieren täglich tausende Menschen. Der Luft-100er im Unterland sorgt dafür, dass die Ohren und Lungen der Bürger*innen entlastet werden. Unsere Naturschätze werden geschützt und konsequent an der Vergrößerung der Schutzgebiete gearbeitet. Und der Erhalt des sozialen Netzes in Tirol wäre ohne unsere Regierungsbeteiligung auch nicht möglich gewesen.“

Auf diese Erfolgsbilanz gelte es in den kommenden Monaten aufzubauen und das verloren gegangene Vertrauen wieder zurückzugewinnen. „Viele Menschen sind enttäuscht, was sich bei den Grünen in diesem Jahr abgespielt hat. Ich kann den Frust verstehen der sich im Wahlergebnis entladen hat und versprechen, dass wir alles daran setzen werden es besser zu machen. Wir werden alles daran setzen und alles geben um die Herzen und die Zustimmung der Menschen wieder zu gewinnen."

Für LH Günther Platter ist Felipes Entscheidung, sich wieder ganz in Tirol einzubringen, "für die Koalition kein Nachteil. Denn für die intensive Herbstarbeit braucht es die ganze Kraft der Regierung, so stehen etwa die Digitalisierung, oder die Verkehrsfrage am Arbeitszettel", erklärte Platter, der aber einräumte, dass es in der Koalition durch die Doppelrolle von Felipe keine Probleme gab.

In einer ersten Reaktion fordert FPÖ-Chef Markus Abwerzger auch den Rücktritt von Felipe in Tirol. "Angesichts des Transitdebakels hat sie auch in Tirol versagt", so Abwerzger. 
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