05.09.2017, 13:00 Uhr

Regierungsklausur bringt digitale Strategie für Tirol – mit Video!

Gründerin und Gesellschafterin der Firma MED-EL, Ingeborg Hochmair-Desoyer (4.v.li.), mit den Mitgliedern der Tiroler Landesregierung. (Foto: Land Tirol/Oss)

Digitalisierung und die Auswirkungen auf Tirol im Mittelpunkt

TIROL. Montag und Dienstag tagte die Tiroler Landesregieung  in den Räumlichkeiten der Firma MED-EL in Innsbruck. Zentraler Fokus war eine digitale Strategie für Tirol, Effekte auf beinahe alle Wirtschafts- und Lebensbereiche und ein Fahrplan, um die Nutzung entstehender Technologien und Prozesse zum Wohl des Standortes Tirol voranzutreiben.

Unter der Dachmarke „digital.tirol“ sollen künftig Kräfte gebündelt und Initiativen koordiniert werden, mit der Digitalisierungsoffensive Tiroler Unternehmen gefördert und die digitale Entwicklung im ganzen Land gestärkt werden. „Die digitale Entwicklung ist ein globaler Megatrend, den die Tiroler Landesregierung bereits sehr früh erkannt hat. Wir verstehen diese Entwicklung als Chance für die Zukunft des Wirtschafts- und Lebensraums Tirol“, betonte LH Günther Platter.
Die Koordinierung von „digital.tirol“ übernimmt künftig die Lebensraum 4.0 GmbH. In den letzten Wochen und Monaten hat es mit den verschiedenen Institutionen wie den Sozialpartnern, Hochschulen, Unternehmen wie auch Bildungseinrichtungen, aber auch Experten auf EU- und Bundesebene Arbeitsrunden gegeben. Insgesamt waren bei diesem Prozess insgesamt 30 Institutionen und Unternehmen sowie über 70 nationale und internationale Experten beteiligt.

Digitale Entwicklung in der Wirtschaft: Lehrgänge und Förderungen

Ein zentraler Fokus der Landesinitiativen liegt in der Stärkung der Tiroler Wirtschaft. Ein Lehrgang für GeschäftsführerInnen zur Sensibilisierung für die Industrie 4.0 soll ebenso Teil der Offensive sein, wie vertiefende Beratungsleistungen für Klein- und Mittelunternehmen sowie Großunternehmen. Aufbauend auf das KMU DIGITAL Erfolgsprogramm des Bundes sollen vertiefende Beratungsleistungen mit externen ExpertInnen durch das Land Tirol und die Wirtschaftkammer Tirol unterstützt werden. 
„Wir alle wollen eine starke Wirtschaft, mit welcher Arbeitsplätze gesichert werden sowie eine Wertschöpfung im Land, die uns den erarbeiteten Wohlstand beibehalten lässt. Mit diesem Ziel vor Augen muss uns klar sein, dass wir am Puls der Zeit bleiben müssen, um weiterhin vorne dabei zu bleiben“, betonte LH Platter die digitale Strategie Tirols zentral auf der Agenda zu positionieren – „wir wollen nicht nur darüber sprechen, sondern sie auch umsetzen. Das gilt auch im Bereich Bildung und Verwaltung.“

Von regionalen digitalen Offensiven bis zur 5G-Premiere
Im Rahmen von regionalen Bezirksveranstaltungen sollen TirolerInnen direkt vor Ort die Möglichkeit haben, sich von ExpertInnen beraten zu lassen. Außerdem wird der Tiroler Innovationstag der Standortagentur Tirol unter dem Motto „Digitalisierung“ über die Bühne gehen. Ebenso ganz im Zeichen der neuen digitalen Entwicklungen steht die Skiweltmeisterschaft Seefeld 2019: „Dort wollen wir zeigen, dass wir nicht nur Sportland Nummer Eins sind, sondern auch in Sachen Fortschritt ganz vorne mitspielen“, sieht es LH Platter als besonders wichtig, sich auch bei den Gästen in Tirol als modern und „up-to-date“ zu präsentieren. „Obwohl der neuste Mobilfunkstandard in Österreich voraussichtlich erst ab dem Jahr 2020 zur Verfügung stehen wird, sollen Teilnehmende dieses Events bereits von der 5G-Technik Gebrauch machen.

Breitbandausbau des Landes als Basis für die Zukunft

Die Basis für die Entwicklung wird mit der Breitbandoffensive bereits seit dem Jahr 2011 geschaffen. Für den weiteren Ausbau der Infrastruktur stellt das Land Tirol bis zum Jahr 2023 insgesamt 100 Millionen Euro zur Verfügung. „Ultraschnelle Breitbandversorgung ist heute die Basis für Kommunikation, Wirtschaft und Wissen. Es ist unsere Aufgabe, offensive zu handeln und Rahmenbedingungen für optimale Infrastrukturen zu schaffen. Nur so, sind wir auch künftig vorne mit dabei“, verweist LH Platter auch auf die Wichtigkeit der Zusammenarbeit mit Sozialpartnern, Hochschulen, Unternehmen und Bildungseinrichtungen.

Bildung 4.0 – Tirol lernt digital
„Wir alle wollen, dass Arbeitsplätze gesichert werden und eine Wertschöpfung im Land, die uns den erarbeiteten Wohlstand beibehalten lässt. Dafür müssen wir am Puls der Zeit bleiben“, betonte LH Platter, die digitale Strategie Tirols zentral auf der Agenda zu positionieren – auch im Bereich Bildung. Die Förderung der digitalen pädagogischen und didaktischen Kompetenzen in allen Unterrichtsdimensionen hat Priorität: „Es braucht in Tirol flächendeckende digitale Lehr- und Lernlabore, in welchen Medienkompetenzen vermittelt werden. Auch eine Fort- und Ausbildungsoffensive für Lehrpersonen rund um eEducation ist angedacht“, erklärte LH Platter. „Bis 2023 werden nahezu alle Tiroler Pflichtschulen und AHS-Unterstufen mit sogenannten digitalen Laboren ausgestattet.“ Pilotprojekte in allen Tiroler Regionen werden dazu ab dem Schuljahr 2018/2019 gestartet. Für die Digitalisierungsoffensive in den Schulen werden etwa fünf Millionen Euro bis 2023 investiert.

Ab 2018 digitale Öffi-Tickets für alle, die das wollen
Der Westen Österreichs hat eine Vorreiterrolle eingenommen, was den Ausbau des öffentlichen Verkehrs betrifft: Tirol und Vorarlberg sind die ersten beiden Flächenbundesländer, die Jahrestickets um 490 Euro bzw. 365 Euro umgesetzt haben. Seit 1. September sind mit der Einführung des landesweiten Studitickets in Tirol für alle Bevölkerungsgruppen kombinierbare Tickets für die beiden westlichsten Bundesländer möglich. Studierende fahren um 552 Euro in ganz Tirol und Vorarlberg, ältere SeniorInnen über 75 Jahren um nur 381 Euro, SeniorInnen zwischen 62 und 75 Jahren um 506 Euro und alle regulären Jahreskarten ohne Ermäßigung für Tirol und Vorarlberg kosten zusammen 855 Euro. In allen anderen Bundesländern (außer Wien) kosten Jahrestickets schon für ein einziges Bundesland über 1.500 Euro.Zwei Ziele steckt LHStvin Felipe für die Tiroler Landesregierung 2018: „Ich möchte, dass wir für jene die das in Tirol wollen, alle Tickets auch digital am Handy anbieten. Und ich möchte, dass wir von Tirol und Vorarlberg aus ein österreichweites Öffi-Ticket ausrollen.“ Die beiden Bundesländer hätten wesentliche Schritte gesetzt und bewiesen, dass preiswerte Jahrestickets machbar sind. Die Mobilitätslandesrätin erwartet sich davon einen wesentlichen Beitrag zum Kampf gegen die Klimakrise. „Wir haben bereits über 110.000 TirolerInnen davon überzeugt, StammkundInnen im öffentlichen Verkehr zu werden. Wir wollen mit diesen guten Erfahrungen dafür sorgen, dass das Angebot österreichweit verbessert wird. Die Zukunft der Mobilität liegt nicht im Auto, sondern in Öffis.“
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