08.11.2016, 13:12 Uhr

Wallnöfer-Skulptur in Innsbruck: "Der Standort wird nicht mehr diskutiert"

Herwig van Staa sieht die Verdienste von Wallnöfer für das Land bedeutend genug für eine Skulptur am Landhausplatz.

Landtagspräsident Herwig van Staa ist der Schwiegersohn von Eduard Wallnöfer. Wir sprachen mit ihm über die Causa.

Heftige Kritik löste eine Skulptur um 130.000 Euro für Eduard Wallnöfer von Rudi Wach aus.
War eine Bronzeskulptur für Eduard Wallnöfer von Rudi Wach gießen zu lassen und danach die Finanzierung zu klären der richtige Weg?
Herwig van Staa: „Das ist nicht richtig, die Finanzierung war von vornherein klar. Ein Drittel sollte durch die Gemeinden finanziert werden, in denen Wallnöfer Ehrenbürger war, ein Drittel hätte die TIWAG zugeschossen und ein Drittel die Kulturabteilung des Landes. Rudi Wach wollte deswegen das Kunstwerk schaffen, da er sehr mit Wallnöfer verbunden war. Auch hält sich sein Honorar für dieses umfassende Werk, das bisher über drei Jahre Arbeit bedeutete, absolut in Grenzen. Und die Idee, 2013 im Jahr des 100. Geburtstages von Wallnöfer eine Skulptur zu enthüllen, stammt von Seniorenbundchef Helmut Kritzinger aus dem Jahr 2011. Den Auftrag hat schlussendlich Landeshauptmann Platter gegeben. Ich habe – aus Gründen der Befangenheit – nur die Gespräche mit Rudi Wach geführt.“

Warum dann plötzlich die Finanzierung durch die Landesgedächtnisstiftung?
„Einerseits weil viele Gemeinden mitzahlen wollten, in denen Wallnöfer nicht Ehrenbürger ist, und sich andererseits durch Fremdfinanzierungen schwierige Eigentumsverhältnisse für die Skulptur ergeben hätten. So ist das Kunstwerk Eigentum des Landes."

Als Reaktion auf den Standort am Landhausplatz haben die Grünen diesen abgelehnt und die NSDAP-Mitgliedschaft Ihres Schwiegervaters ins Spiel gebracht. Wie sehen Sie diese Kritik?
„Kritik ist immer erlaubt. Nur – es gibt über 300 Publikationen zum Nationalsozialismus in Tirol, in keiner kommen positive Aussagen über die Nazis von Eduard Wallnöfer vor. Warum er den Antrag auf Aufnahme in die NSDAP gestellt hat, ist nicht bekannt. Die Kritik stammt von Gebi Mair, aber der grüne Landtagsvizepräsident Hermann Weratschnig war über alle Schritte informiert.“

Auch Historiker sehen den Standort neben dem Landhaus als falschen Platz. Wäre ein neuer Standort noch möglich?
„Historiker können gerne ihre Meinung äußern. Aber die Wahl des Standortes ist eine politische. Und ehrlich: Wo sollte eine Wallnöfer-Skulptur aufgestellt werden, wenn nicht am Eduard-Wallnöfer-Platz?“

Die Grünen kritisieren auch die Finanzierung durch die Landesgedächtnisstiftung als nicht gesetzeskonform.
„Die Finanzierung durch die Landesgedächtnisstiftung ist selbstverständlich gesetzeskonform. Der Rechnungshof hat die Stiftung geprüft und die Finanzierung der Skulptur entspricht den Statuten. Eine Diskussion im Landtag sehe ich nicht für notwendig, denn es werden keine Landesgelder verwendet.“

Die Liste Fritz lehnt die Skulptur generell ab und fordert einen Regierungsbeschluss ein, der dem Landtag vorgelegt werden müsste.
„Die Liste Fritz hat eine Anfrage an LR Palfrader und LR Zoller-Frischauf gestellt, die dafür gar nicht zuständig sind. Aber die Liste Fritz kann auch einen Sonderlandtag verlangen oder den Tiroler Rechnungshof einschalten. Einen Regierungsbeschluss braucht es nicht, da keine regierungspflichtigen Budgetmittel verwendet werden.“

Der Standort Eduard-Wallnöfer-Platz bleibt? Wann wird die Skulptur enthüllt?
„So viel ich weiß, wird der Standort nicht mehr diskutiert. Wegen der Enthüllung gibt es noch keinen Termin. Ich habe vorgeschlagen, einen um den 8. Dezember 2016 zu wählen, auch in Anbetracht des Geburtstages von Eduard Wallnöfer am 11. Dezember.“
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Gerhard F. Dujmovits aus Innsbruck | 08.11.2016 | 14:19   Melden
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Erwin Matt aus Landeck | 10.11.2016 | 11:07   Melden
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