22.11.2016, 13:48 Uhr

Gastgewerbe in Tirol: Mehr offene Stellen

59 Tage sucht ein Koch einen Job, sagt AMS-Chef Anton Kern. (Foto: AMS)

In Tirol waren per 15. November 627 Stellen als Koch oder Kellner sofort zu besetzen. Dem gegenüber stehen 742 offen Stellen im Gastgewerbe.

TIROL. Regelmäßig vor Saisonbeginn in Tirol geistern Horrormeldungen über Personalmangel in der Gastronomie durch die Gasthäuser und Hotels und es gibt Betriebe, die derzeit Personal suchen. So sind in Tirol aktuell 353 Stellen im Service und 274 für Köche ausgeschrieben. WK-Fachgruppenobmann Josef Hackl kennt die Problematik. „Wir wissen, die guten Zeiten in der Branche, was die Lehrlingszahlen betrifft, sind vorbei“. Wobei im Servicebereich die Probleme stärker vorhanden sind als bei den Köchen. „Denn nach jahrelanger Talfahrt konnten heuer um zwei Prozent mehr Kochlehrlinge ihre Lehre beginnen", freut sich Hackl.
Das Lohnniveau im Gastgewerbe sieht Hackl nicht als Problem, sondern die kalte Progression. „Das gemeinsam Bestreben von Gewerkschaft und AK, diese abzuschaffen, begrüße ich“, sagt Hackl. Die Arbeitszeiten im Gastgewerbe seien aber durchaus problematisch, gibt er zu.

Arbeitslose trotz freier Stellen

353 Keller- und 274 Kochstellen waren per 15.11. in Tirol frei. Das bedeutet einen Anstieg gegenüber Oktober 2015 um 20 Prozent beim Servicepersonal, zehn Prozent mehr Köche werden derzeit gesucht. Nur: dem gegenüber stehen 534 arbeitslose Kellner und 208 arbeitslos gemeldete Köche ohne Einstellzusage.
Tirols AMS-Chef Anton Kern zu dieser Diskrepanz: „Arbeitslosigkeit ist kein fester Block, vielmehr gibt es auf dem Arbeitsmarkt laufend Bewegung. Im Oktober 2016 gingen 109 Köche – neu oder erneut – in die Arbeitslosigkeit, 108 Köche gingen aus der Arbeitslosigkeit wieder ab. Durchschnittlich dauert es 59Tage bis ein Koch in Tirol wieder einen Arbeitsplatz findet, die Dauer einer Vermittlung schlägt sich daher auch auf den monatlichen Bestand an Arbeitslosen nieder, der sich im Oktober 2016 auf 208 Personen belief und um 61 Personen geringer ausfiel als im Oktober 2015“, erläutert der AMS-Chef. Gleiches gelte für Kellner.
Auch sei der Zeitfaktor ein entscheidender: „Eine Vermittlung bei Köche und Kellner nimmt einfach Zeit in Anspruch, da nicht nur die Vermittlungstätigkeit des AMS eine Rolle spielt, sondern auch der Hotelbetrieb einerseits, Köchen und Kellnern andererseits sich einigen müssen, was keinesfalls immer im ersten Anlauf gelingt“, beschreibt Anton Kern die komplexe Dynamik am Arbeitsmarkt. Denn: „Als Tourismusland ist Tirol für seine Qualität international bekannt. Diesem hohen Maß an Qualität ist es zu verdanken, dass sich der Tourismus auch in Krisenzeiten bewährt hat.“
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