09.01.2017, 10:53 Uhr

Tiroler Tourismus entsetzt über Auftritt der FPÖ im Russischen Fernsehen

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Johann Überbacher Tiroler FPÖ-Klubdirekter im Interview - Tirols Wirtschaftsbundobmann Franz Hörl ist entsetzt über Auftritte und Aussagen der Tiroler FPÖ: "So handelt jemand, der Tirol schaden will!" (Foto: Screenshot Youtube)

Der Tiroler FPÖ-Klubdirektor Johann Überbacher spricht live im russischen Satellitensender Russia Today – und schadet damit dem Tiroler Tourismus, so die Wirtschaftskammer.


TIROL. Anfang Jänner war Johann Überbacher TIroler Klubdirektor der FPÖ zu einem Live-Interview des Kremlnahen Satellitensenders (Russia Today) RT international geladen. Mit seinen Aussagen und dem Auftritt schadet er Tirol, so Tirols Wirtschaftsbundobmann Franz Hörl.

Kritik am Interview durch Franz Hörl

Kritik an diesem interview kommt von Tirols Wirtschaftsbundobmann Franz Hörl: „Was sich der Möchtegern-Spindoktor der FPÖ-Tirol hier auf Russia Today geleistet hat, ist an Niveaulosigkeit kaum zu überbieten. Tirol ist und bleibt ein weltoffenes Land der Gastgeber, in dem Gäste aus aller Herren Länder willkommen sind und in dem die Gesetze eins Rechtsstaats gelten - auch für jene, die dieses Gastrecht missbrauchen. Wir sind ganz sicher kein Hort xenophober, sprachlich beschränkter Eiferer. Aber das muss man fast glauben, wenn man sich das Live-Gestammel dieses Dr. Überbacher anschaut, es zu verstehen versucht und diesen rechten Attitüden auch nur den geringsten Glauben schenkt. Wir sind kein Flüchtlingslager und schon gar kein Land, das droht im Chaos zu versinken.“

Franz Hörl wird sich für den Auftritt Überbachers persönlich entschuldigen

Franz Hörl ist im Frühjahr auf einem offiziellen Besuch in Moskau. In diesem Rahmen wird er sich persönlich entschuldigen. Dies sei wichtig, da - nach einem Einbruch der russischen Gästezahlen in den vergangenen Jahren - erst langsam wieder mehr russische Gäste nach Tirol kämen. Laut Hörl hätte Überbacher diese Entwicklung in Gefahr gebracht. "Diese zarte Pflanze der Erholung hat Überbacher - augenscheinlich mit Rückendeckung - rücksichtslos und dilettantisch in Gefahr gebracht.“ Franz Hörl sieht in dem Interview einen wirtschaftlichen Schaden in Bezug auf die touristischen Beziehungen zur Russischen Föderation.

Update - FPÖ schadet dem Tourismus

Auch Franz X. Gruber, Tourismusstadtrat von Innsbruck, kritisiert den Auftritt von Johann Überbacher im TV Sender Russia Today. Dieser würde Innsbruck blamieren und "den Tourismusstandort in ein völlig falsches und ungerechtes Licht" stellen. "Wenn das die Ergebnisse der neuen blauen Russland-Achse sind, dann hat die selbsternannte „Heimatpartei“ unserer Heimat damit einen Bärendienst erwiesen.“
Auch Franz X. Gruber wird sich nun gemeinsam mit dem Innsbrucker Tourismus um Schadensbegrenzung kümmern: „Wir sind und bleiben ein gastfreundliches und sicheres Land und wollen vor allem auch den Russen, die Tirol als Urlaubs- und Erholungsregion schätzen, die Türen öffnen und keine Ängste schüren.“
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