22.03.2017, 16:02 Uhr

Tirols Baubranche schaut mit Optimismus ins Jahr 2017

Anton Rieder, Manfred Lechner und Robert Müller bei der PK

Die Nachfrage steigt in Tirol, Baubranche hat aber generell Nachwuchssorgen.

TIROL. "Das billige Geld von Draghi ist endlich auch in Tirol angekommen", freut sich Anton Rieder, Innungsmeister des Tiroler Baugewerbes, auf die kommende Bausaison. Und die Eckdaten sind auf den ersten Blick wirklich gut. Sowohl im Tiefbau als auch im Hochbau wird es heuer schöne Zuwächse geben – das Nettobaubudget in Tirol wird von 1,53 Mrd. Euro auf 1,71 Mrd. Euro steigen.
Der Sprecher der Tiroler Bauindustrie, Manfred Lechner, will trotz der guten Vorschau an die öffentliche Hand appellieren: "Wenn in etwa 10 Jahren der Bau des Brenner Basistunnels abgeschlossen ist, brauchen wir die Zulaufstrecken aus Bayern. Wir sollten den Nachbarn die Unterinntaltrasse bis nach Kiefersfelden bauen, um sie in Zugzwang zu bringen", sagt Lechner.

Personalmangel

Probleme und Herausforderungen für die Tiroler Baubranche gibt es aber genügend. "Der Lehrlingsanteil geht immer mehr zurück, es wird zunehmend schwierig, die jungen Leute für den Bau zu begeistern", sagt Rieder. Und das, obwohl vieles für die Lehrlinge getan wird und diese gut verdienen. Auch im HTL-Bereich brauche es aktive Bemühungen, so der Innungsmeister. "Wer eine Lehrstelle sucht und geeignet ist, wird eine bekommen", gab Lechner die Garantie ab. Auch Mädchen hätten gute Chancen, im Baugewerbe Fuß zu fassen. Und ein weiteres Novum ab Herbst: Die Fachschule für Tiefbau wird nach Absam verlegt, die Lehrlinge müssen nicht mehr nach Freistadt pendeln.

Problem Wohnungskosten

Wohnungsneubau wird immer teurer, aber die Verdienstmöglichkeiten der Bauwirtschaft schrumpfen. "42 Prozent der Wohnungskosten sind Steuern und Abgaben. Der Staat ist also der größte Profiteur des Wohnbaus", gibt Lechner zu bedenken.
Landesbaudirektor Robert Müller sieht auch den immer größer werdenden Druck auf die öffentlichen Budgets als Problem. "Steigende Sozialausgaben oder die Kosten der Flüchtlingsbetreuung zwingen bei Investitionen zur Einsparung", sagt Müller. Im Bereich der Sanierung sieht er durch LR Tratter große Bemühungen, hier mehr Geld zur Verfügung zu stellen. Für die Tiroler Baubranche hofft er, dass der Hochwasserschutz von Kramsach bis Angath endlich in Angriff genommen wird. "Es ist unverständlich, das manche Bürgermeister Sachen ablehnen, für die sie verantwortlich sind", sagt Müller. Er kritisiert auch die manchmal unverständlichen Behördenbescheide, "die sich auch negativ auf die Bauwirtschaft auswirken."
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